1. Bundesliga 16/17
| 10.45 Uhr

Hamburger Neuzugang
Ex-Bremer Hunt wird HSV-Hoffnungsträger

Hunt trainiert erstmals beim Hamburger SV
Hunt trainiert erstmals beim Hamburger SV FOTO: dpa, ahe nic
Hamburg. Aaron Hunt ist Hamburgs neuer Hoffnungsträger. Der Ex-Wolfsburger und langjährige Bremer soll das Offensivspiel des HSV nachhaltig beleben.

Eine knappe halbe Stunde ist gespielt, als Aaron Hunt nach einer Ecke plötzlich der Ball vor die Füße springt. Das schlaksige Talent handelt instinktiv - und trifft per Abstauber. Die 1:0-Führung gegen Borussia Mönchengladbach bedeutet für den Startelf-Debütanten sein erstes Bundesliga-Tor.

Mehr als zehn Jahre nach jenem 12. Februar 2005 gab Hunt, mit seinem Treffer von damals bis heute jüngster Werder-Torschütze der Bundesliga-Geschichte (18 Jahre und 161 Tage), ausgerechnet gegen die Borussia auch seinen Einstand im Dress des Hamburger SV. Der inzwischen 29-jährige Kreativspieler soll beim Liga-Dino das Offensivspiel ankurbeln - die Erwartungen an den Drei-Millionen-Euro-Neuzugang sind groß.

"Aaron Hunt wird uns mit Sicherheit sofort verstärken", sagte HSV-Coach Bruno Labbadia über die Last-Minute-Verpflichtung vom Liga-Konkurrenten VfL Wolfsburg. Sportdirektor Peter Knäbel sprach gar vom "Puzzleteil, das uns gefehlt hat".

Nach seinem durchwachsenem Intermezzo beim VfL, so hoffen die Klub-Verantwortlichen an der Elbe, soll Hunt möglichst an die gute Zeit beim Erzrivalen in Bremen anknüpfen. In 13 Jahren und zehn Bundesliga-Spielzeiten bei den Grün-Weißen hatte der Offensiv-Allrounder 215 Liga-Spiele bestritten und dabei 46 Tore erzielt. An der Weser hatte sein Stern zu leuchten begonnen, in Bremen avancierte Hunt zwischenzeitlich sogar zum Nationalspieler (3 Länderspiele).

Kein Wunder, dass sein Wechsel zum ungeliebten Nachbarn im Lager der Werder-Fans teilweise heftige Reaktionen hervorrief. Reaktionen, mit denen Hunt gut umgehen kann. "Ich kann es ein Stück weit nachvollziehen, dass da einige ihren Unmut äußern. Aber alles, was darüber hinaus geht, wenn es in Richtung Hass geht, gehört da nicht hin. Es ist immer noch Fußball", sagte Hunt. Wohlwissend, dass die Bremer Volksseele spätestens am 28. November noch einmal kochen wird. Jenem Tag, an dem er in einem Nordderby erstmals als Rothose im Weserstadion auflaufen wird.

Nach einem ziemlich verkorksten Jahr bei den Wölfen bedeutet Hamburg für Hunt eine neue Chance - und die Hoffnung auf eine Rückkehr ins Rampenlicht. So nahm der Linksfuß, der beim VfL seit seinem Wechsel aus Bremen 2014 nicht über die Rolle eines Reservisten hinauskam, sogar Gehaltseinbußen in Millionenhöhe in Kauf.

"Ich hatte zwei Möglichkeiten: Entweder ich mache so weiter wie letztes Jahr, wo ich aufgrund meiner Einsatzzeiten einfach nicht zufrieden war. Oder ich mache diesen neuen Schritt", sagte Hunt und betonte: "Wenn ich satt wäre und nur das Geld sehen würde, hätte ich mich in Wolfsburg zwei Jahre auf die Bank gesetzt und mir die Champions League angeguckt. Das war aber einfach nicht mein Anspruch."

(sid)
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