1. Bundesliga 16/17
| 13.58 Uhr

Hamburger SV
Beiersdorfer macht Umbruch zur Chefsache – kein Kontakt zu Heldt

Porträt in Bildern: Das ist Dietmar Beiersdorfer
Porträt in Bildern: Das ist Dietmar Beiersdorfer FOTO: dpa
Hamburg. Der Hamburger SV stellt sich neu auf. Sportchef Peter Knäbel muss gehen, nun reißt Dietmar Beiersdorfer noch mehr Macht an sich – und gerät weiter unter Druck. Kontakt zum gehandelten Horst Heldt gab es noch nicht.

Mehr Macht, mehr Arbeit – und noch viel mehr Druck: Dietmar Beiersdorfer hat den nächsten Umbruch beim Hamburger SV zur absoluten Chefsache erklärt. Nach dem Rausschmiss von Peter Knäbel will "Didi Allmächtig" die Hanseaten in Zukunft als Vorstandschef und Sportdirektor im Alleingang wieder in die Erfolgsspur führen – und geht damit volles Risiko. Weitere Fehler kann sich der "Big Boss" nicht mehr leisten.

"Ich habe mich noch nie vor Arbeit gedrückt. Das wird aufwendig, klar", sagte Beiersdorfer: "Aber mir ist nicht bange." Zusätzlich als Chef der HSV-Fußball-AG übernimmt der 52-Jährige auch Knäbels Aufgaben als Kaderplaner und muss für die kommende Saison endlich eine schlagfertige Mannschaft zusammenstellen.

Noch kein Kontakt zu Horst Heldt

"Ich habe das über Jahre hinweg getan und habe die Kompetenzen, das auszuüben. Ich mache das", sagte Beiersdorfer, der sich als Dauerlösung bezeichnete. Mit anderen Sportdirektoren – unter anderem war Horst Heldt gehandelt worden – habe er keinen Kontakt gehabt.

Beiersdorfer, weißes Hemd, grauer Zehntage-Bart, präsentierte sich auf der Pressekonferenz am Dienstag zur Knäbel-Entlassung angeschlagen. Der geschasste Sportchef war vor zwei Jahren noch sein erklärter Liebling, nun das abrupte Ende nach einer wieder einmal enttäuschenden Saison. Er habe Stagnation festgestellt, sagte Beiersdorfer: "Das kam nicht von heute auf morgen. Die Situation hat sich nicht verbessert. Ich hatte nicht das Gefühl, dass das in Zukunft besser wird."

Dass es in Hamburg in der neuen Saison endlich besser wird, dafür muss nun Beiersdorfer selber sorgen – ab jetzt steht er quasi allein in der Verantwortung. Beiersdorfer muss liefern. "Wir werden hart daran arbeiten, einen Schritt weiter zu kommen", sagte er und kündigte Gespräche mit Spielern an, deren Verträge beim HSV auslaufen (Emir Spahic, Gojko Kacar, Ivo Ilicevic). Auch mit potenziellen Zugängen (Angreifer Bobby Wood, Torwart Christian Mathenia) wird Kontakt gesucht. Zudem wurde bekannt, dass Ersatzkeeper Jaroslav Drobny nach Ivica Olic und Artjoms Rudnevs den Klub verlassen muss.

Schon von 2003 bis 2009 war Beiersdorfer HSV-Sportchef und wurde damals als "Dukaten-Didi" gefeiert, weil er zahlreiche Spieler teuer weiterverkaufte. Danach probierte es der Bundesliga-Dino mit Bastian Reinhard, Frank Arnesen, Oliver Kreuzer und eben Knäbel – Kontinuität sieht anders aus. Jetzt muss es Beiersdorfer richten, der selber unter Rechtfertigungsdruck steht. Die Hoffnungen, die mit seiner Rückkehr als Vorstandschef 2014 verbunden wurden, haben sich nicht erfüllt.

Doch von Ernüchterung wollte Beiersdorfer nichts wissen, man habe in den zwei Jahren "unheimlich viel bewegt" und "in die Zukunft investiert". Der Weg zurück zum Erfolg sei eben steinig: "Wir wussten, dass es eine Mammut-Aufgabe wird."

Und die Aufgabe wird nach dem Knäbel-Aus, die mit der legendären Rucksack-Affäre nichts zu tun haben soll, nun immer größer. Beiersdorfer wird überall gebraucht, er werde "mehr delegieren" müssen. Zudem ist bei Transfers Kreativität gefragt, die Kassen sind ja fast schon traditionell leer. "Die Mittel sind begrenzt", sagte Beiersdorfer und gab sich dennoch kämpferisch: "Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Mannschaft auf den Platz bringen und uns weiterentwickeln werden." Sonst könnte auch "Didi Allmächtig" ganz schnell den Rückhalt verlieren.

(sid)
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