1. Bundesliga 16/17
| 14.53 Uhr

Umstrittener Abwehrspieler mit kecken Tönen
Spahic: "Der HSV kann eine gute Rolle spielen"

Porträt: Emir Spahic – HSV-Profi und Fußball-Rüpel
Porträt: Emir Spahic – HSV-Profi und Fußball-Rüpel FOTO: afp, agz
Hamburg. Der Umbruch beim Hamburger SV läuft alles andere als geräuschlos: Der umstrittene Transfer von Emir Spahic und eine mögliche weitere Finanzspritze von Milliardär Klaus-Michael Kühne sorgen für neue Schlagzeilen.

Während Klubchef Dietmar Beiersdorfer hinter den Kulissen mal wieder mit Investor Klaus-Michael Kühne verhandelte, startete Skandalprofi Emir Spahic seine Rehabilitation beim Hamburger SV mit kecken Ansagen. "Der HSV kann eine gute Rolle in der Bundesliga spielen, nicht so wie die zwei letzten Jahre", sagte der 34 Jahre alte Bosnier, dessen umstrittene Verpflichtung an der Elbe für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Knapp drei Monate nach seinem Rauswurf bei Bayer Leverkusen wegen einer Prügelei mit einem Ordner geben Beiersdorfer und Trainer Bruno Labbadia dem erfahrenen Innenverteidiger eine zweite, seine wohl letzte Chance. "Ich will hier einen guten Job machen und möchte zeigen, dass ich noch auf hohem Niveau Fußball spielen kann", sagte Spahic. Und so meldete er nach seiner Ankunft im Trainingslager der Norddeutschen in Graubünden gleich einen Führungsanspruch an: "Ich möchte Stabilität in die Mannschaft bringen." Ein Mangel, der den Hamburgern bei den beiden Fast-Abstiegen in den Vorjahren beinahe das Alleinstellungsmerkmal des Liga-Dinos gekostet hätte.

Damit die Fans nicht noch eine Horror-Saison erleben müssen, glühen mal wieder die Telefondrähte zwischen Beiersdorfer und Kühne. Der HSV hofft auf frische Millionen für seinen Umbruch, um den ausgedünnten Kader auch in der Spitze zu verstärken. "Wir sind im Gespräch und haben unsere Strategie vorgestellt", sagte Beiersdorfer der "Bild".

Unter anderem werden Alexandru Maxim (24, VfB Stuttgart), Michael Gregoritsch (21, VfL Bochum), Emil Berggreen (22, Eintracht Braunschweig) und Albin Ekdal (25, Cagliari Calcio) mit den Hanseaten in Verbindung gebracht. "Es muss das Ziel sein, Spieler zu verpflichten, die ihre große Karriere noch vor sich haben. 'Karriere aufwärts' sozusagen", hatte Sportchef Peter Knäbel zuletzt gesagt. Allein Offensiv-Allrounder Maxim soll sechs Millionen Euro kosten.

Kühne, der dem HSV in der Vergangenheit immer wieder neue Spieler finanziert und zuletzt 7,5 Prozent an der neuen HSV-Fußball-AG für 18,75 Millionen Euro erworben hatte, deutete bereits in der Vorwoche seine Bereitschaft für ein weiteres finanzielles Engagement bei den Hanseaten an. "Ich möchte den HSV weiter unterstützen", sagte der Unternehmer.

Sollte Kühne seinen Geldschrank doch nicht erneut öffnen, könnte der HSV noch mit einem Verkauf seinen Abwehrjuwels Jonathan Tah (19) Kasse machen. Bayer Leverkusen flirtet heftig mit dem Junioren-Nationalspieler. Im Poker um eine möglichst hohe Ablöse blockt Beiersdorfer (noch) alle Anfragen ab. "Wir haben kein Angebot vorliegen, das uns nachdenken lässt", sagte er, signalisierte zugleich aber Gesprächsbereitschaft: "Es können aber nur ganz wenige Klubs sagen, dass ein Spieler unverkäuflich ist." Zuletzt soll Leverkusen sechs Millionen Euro für Tah geboten haben.

(sid)
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