1. Bundesliga 16/17
| 18.30 Uhr

Zweifelhafter Platzverweis in Köln
Wurde Spahic Opfer seines schlechten Rufs?

Spahic sieht in Köln zu Unrecht Rot
Spahic sieht in Köln zu Unrecht Rot FOTO: Screenshot Sky
Köln. Irgendwie musste man Emir Spahic bedauern. Da unterläuft dem Bosnier gegen Kölns Anthony Modeste eine fußballerische Petitesse, die fast jeder Referee einfach laufen lässt. Spahic aber muss nach Deniz Aytekins zweifelhafter Entscheidung vom Platz, der HSV kassiert das entscheidende 1:2 beim 1. FC Köln.

Es war die 79. Minute gewesen, die zum großen Aufreger wurde. FC-Stürmer Anthony Modeste lief frei auf das Hamburger Tor zu und brachte sich durch einen Stolperer eigentlich selbst um jeden Vorteil. Im Zweikampf mit Spahic kam der Zugang anschließend unspektakulär zu Fall, wurde dabei kaum berührt, und zur Überraschung der überwiegenden Mehrheit im Stadion ertönte Aytekins Pfeife: Rote Karte für Spahic, Elfmeter, Modeste traf zum Endstand – und der HSV verstand die Welt nicht mehr.

"Wir sind um einen Punkt betrogen worden", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia: "Der Elfmeter war eine krasse Fehlentscheidung, ein Witz, das ist nervig und bitter."

Es war der vierte Feldverweis des Bosniers Spahic in dessen 52. Bundesligapartie. Und möglicherweise auch die Folge davon, dass der 35-Jährige wegen seiner manchmal sehr ruppigen Auftritte unter den Referees als böser Bube gilt. Wird so einer dann halt einfach härter bestraft als die netten Fußballer? Aytekin jedenfalls hatte "einen Kontakt im Fuß- und Rückenbereich" gesehen und deshalb auf Notbremse befunden.

Spahic, der im April nach einer Prügelei mit Bayer-Ordnern seinen Job in Leverkusen verloren hatte, sagte hinterher nichts – wie üblich. Ohnehin ist über sein Innenleben kaum etwas bekannt. Bei seinen Vereinskollegen jedenfalls genießt er wegen seiner Zweikampfstärke hohen Respekt. Sein Können bewies Spahic auch in Köln. Und der HSV ging schon Minuten nach dem 1:2 davon aus, dass die DFB-Gerichtsbarkeit ihn nicht sperren darf – denn eigentlich war da ja nichts.

Allerdings ist das wohl nur ein Wunschdenken der Norddeutschen. Denn das Strafgericht des Deutschen Fußball-Bundes wird Spahic mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Mindeststrafe von eimem Spiel Sperre belegen. Auch, um Schiedsrichter Aytekin zu schützen.

Schon bei der 0:5-Schlappe des HSV im ersten Saisonspiel beim FC Bayern München stand Spahic am Rande des Platzverweises und hätte nach einem harten Foul gegen Robert Lewandowski kurz nach dem Seitenwechsel eigentlich frühzeitig unter die Dusche gemusst – Spahic hatte bereits im ersten Abschnitt die Gelbe Karte gesehen. Schiedsrichter Bastian Dankert ließ aber noch einmal Gnade vor Recht ergehen – anders als sein Kollege Aytekin.

Sehen Sie hier den zweifelhaften Platzverweis gegen Spahic.

(dpa)
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