1. Bundesliga 16/17
| 15.39 Uhr

Hamburger SV
Magath kritisiert Entscheidung für Knäbel als Trainer

Fotos: Felix Magath – harter Hund und Meistertrainer
Fotos: Felix Magath – harter Hund und Meistertrainer FOTO: AP
Hamburg. Felix Magath sorgt sich um den abstiegsgefährdeten Hamburger SV und spart nicht mit Kritik. Klub-Boss Dietmar Beiersdorfer appelliert derweil an seine Spieler.

Eigentlich war der frühere Großmeister des Hamburger SV gekommen, um über Schach zu sprechen. Doch kaum hatte Magath den ersten Zug gemacht, landete das Klub-Idol zwangsläufig bei seiner zweiten Leidenschaft. "Ich würde die Situation noch nicht annähernd als schachmatt bezeichnen", sagte der frühere Nationalspieler über die bedrohliche Lage des Bundesliga-Dino, "aber die Hoffnung war vor Wochen tatsächlich schon größer."

Bei seinem Kurztrip in die alte Heimat Hamburg sparte Magath trotz unerschütterlicher Zuversicht ("der HSV wird nicht absteigen") nicht mit scharfer Kritik. Die Beförderung von Sportchef Peter Knäbel zum Chef-Trainer kann der 61-Jährige nicht nachvollziehen. Man würde sich "ja auch nicht von jemandem am Herzen operieren lassen, der das nicht gelernt hat", sagte Magath, der als Schirmherr eines Schüler-Schachturniers in die Hansestadt gereist war, bei "Sky Sport News HD". Der frühere Meistercoach von Bayern München und des VfL Wolfsburg hatte den HSV 1983 zum Sieg im Europapokal der Landesmeister geschossen.

"Was mich als Vertreter des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer mehr beschäftigt, ist die Tatsache, dass man den Eindruck vermittelt, als wäre die Trainerposition beliebig", sagte Magath: "Als könnte jeder, der gerade mal Lust hat oder schon einmal Fußball gespielt hat, eine Bundesliga-Mannschaft trainieren." Knäbel, der beim HSV eigentlich für Management-Aufgaben zuständig ist, hatte das Amt von Joe Zinnbauer übernommen und bei seinem ersten Spiel eine 0:4-Niederlage bei Bayer Leverkusen hinnehmen müssen. Aktuell steht der HSV auf dem Relegationsplatz 16 und hat sieben Spiele in Folge nicht gewonnen.

Beiersdorfer, der die Entscheidung für Knäbel immer wieder verteidigen muss, nahm stattdessen seine Profis in die Pflicht. Die zuletzt stark kritisierten HSV-Spieler müssten den Fans im Duell mit dem VfL Wolfsburg am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) "beweisen, dass sie alles dafür tun, um das Spiel zu gewinnen. Ab 18.30, nicht vor oder nach dem Spiel", schrieb Beiersdorfer in einer von der Hamburger Morgenpost initierten Twitter-Diskussion.

Der 51-Jährige appellierte zudem an die Fans der Rothosen. "Niemals aufgeben und weiter alle Kraft investieren, um der Mannschaft zu helfen. Sie braucht Euch! MEHR ALS JEMALS ZUVOR!", so Beiersdorfer, der weiter fest von einer Rettung des Traditionsklubs überzeugt ist.

Magath traut dem HSV im Aufeinandertreffen seiner Ex-Klubs den Befreiungsschlag zu. "Warum soll der HSV am Samstag nicht gegen den VfL Wolfsburg gewinnen, der auch noch im Pokal und in der Europa League aktiv ist?", fragte Magath und forderte die Verantwortlichen auf, alles dem Ziel Klassenerhalt unterzuordnen. "In einer Situation, in der man mit dem Rücken zur Wand gegen den Abstieg kämpft, müssen alle Kräfte mobilisiert werden, um dieses Ziel erreichen. Alles andere muss hintenan stehen", sagte Magath.

(sid)
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