1. Bundesliga 17/18
| 19.46 Uhr

Jann-Fiete Arp
Hamburgs Hoffnungen ruhen auf den Schultern eines 17-Jährigen

Hamburger SV: Jann-Fiete Arp ist der Hoffnungsträger des Klubs
Jann-Fiete Arp (rechts) und Tatsuya Ito. FOTO: dpa, ahe
Nach sieben Niederlagen in den vergangenen acht Spielen nimmt der Druck auf Markus Gisdol beim HSV zu - mit jungen Wilden wie Jann-Fiete Arp will der Trainer gegen Stuttgart aus der Krise kommen.

Jann-Fiete Arp, 17 Jahre jung, Schüler aus Bad Segeberg, bisher 35 Bundesliga-Minuten gespielt. Auf den schmalen Schultern dieses Teenies liegen jetzt die Hoffnungen des Hamburger SV. Weil die vermeintlichen Stars wie Bobby Wood oder Andre Hahn seit Wochen schwächeln, soll nun Arp die Tore für die traditionell kriselnden Hanseaten schießen. Sein Schulunterricht wurde diese Woche neu organisiert, jetzt steht das Stürmer-Talent vor seinem Startelfdebüt.

"Wir brauchen kein Geheimnis daraus machen, dass die Überlegung natürlich besteht. Das ist keine Frage", sagte Trainer Markus Gisdol mit Blick auf die Partie gegen seinen Ex-Klub VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr/Sky). Der Druck auf den 48-Jährigen nimmt zu. Sieben der vergangenen acht Spiele hat der HSV verloren, seit dem ersten Spieltag warten die Fans auf ein Tor ihrer Lieblingsmannschaft im Volksparkstadion - mit jungen Wilden wie Flügelflitzer Tatsuya Ito und Arp wollen die Norddeutschen nun den Weg aus der Krise finden.

"Ab sofort Leistungskurs HSV", schrieb die Bild-Zeitung über Arps neue Rolle und die Hamburger Morgenpost meinte: "Jetzt geht's Arp". Viel früher als geplant soll das Eigengewächs munter und unbekümmert in der Bundesliga mitmischen, dafür wurde in den vergangenen Tagen extra der Schulunterricht des angehenden Abiturienten neu gestaltet. Arp, der vergangene Woche nach seiner Einwechslung beim 1:2 bei Hertha BSC gleich sein erstes Bundesligator erzielte, kann jetzt öfters mit den Profis trainieren. Gisdol dämpft aber die Erwartungen an Arp und den auch erst drei Jahre älteren Ito.

"Ich halte nicht viel davon, jungen Spielern zu früh zu viel Verantwortung zuzuschreiben. Es müssen in erster Linie schon die etablierten Spieler das Gewicht tragen", sagte Gisdol, der den HSV zum 500. Heimsieg der Bundesliga-Geschichte führen will: "Die Jungen sollten sich ein Stück weit unter dem Radar und hinter den Etablierten entwickeln können."

Doch die Etablierten enttäuschten zuletzt und so wurde Klubchef Heribert Bruchhagen zuletzt immer wider die T-Frage gestellt. Doch an der Diskussion über Gisdols Zeit an der Elbe will sich der 69-Jährige direkt nicht beteiligen, indirekt machte er aber deutlich, dass er die Entwicklung mit Sorge betrachtet. "Wir sind alle sehr angespannt - das gilt für Trainer, Management, Vorstand und Mitarbeiter gleichermaßen", sagte Bruchhagen, gegen Stuttgart sei es "Anspruch und Notwendigkeit, zu Punkten zu kommen." Denn man könne nicht davon ausgehen, "dass wir wieder so eine Rückrunde spielen wie in der vergangenen Saison." Da schafften die Hamburger mit 25 Punkten noch irgendwie den Klassenerhalt.

Jetzt soll und muss schon früher die Wende zum Guten eingeleitet werden, mit einem Sieg gegen Stuttgart. Die Schwaben seien auf "Augenhöhe", so ein "Spiel müssen wir dann auch auf unsere Seite biegen". Und ein Schüler aus Bad Segeberg soll dabei helfen.

(sid)
 
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