1. Bundesliga 17/18
| 16.29 Uhr

HSV reagiert auf Ehrmanns Aussagen
Todt kann Kritik an Pollersbeck nicht nachvollziehen

Pollersbeck wird zum Elfmeter-Helden
Pollersbeck wird zum Elfmeter-Helden FOTO: rtr, MGO
Hamburg. HSV-Sportchef Jens Todt hat dem in die Kritik geratenen Torhüter-Talent Julian Pollersbeck Rückendeckung gegeben. 

Der U21-Europameister war im Sommer für 3,5 Millionen Euro vom Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern zum Hamburger SV in die Bundesliga gewechselt und galt lange als künftige Nummer eins. Derzeit ist der 23-Jährige hinter Stammkeeper Christian Mathenia und Tom Mickel gerutscht. Pollersbeck wurde von seinem Förderer Gerald Ehrmann eine unprofessionelle Einstellung und ein schlechter Fitnesszustand vorgeworfen.

"Er ist zu bequem und hat sehr wenig Eigenantrieb", sagte Ehrmann bei Sport1 über den U21-Europameister: "Julian fehlt es an Selbstkritik. Du musst ihn zu seinem Glück zwingen. Er ist nicht grundlos dritter Torwart beim HSV, da kommt Hochmut vor dem Fall", sagte Ehrmann über Pollersbeck: "Wenn Julian richtig hart trainiert, dann ist das alles in Ordnung, von der Körpergröße her und fußballerisch. Aber man muss ihm zweimal die Woche den Arsch aufreißen, weil er von sich aus nichts macht." Mitleid habe er mit seinem früheren Schützling nicht, "weil ich ihn kenne", sagte Ehrmann, der schon zahlreiche Toptorhüter wie Tim Wiese, Roman Weidenfeller und Kevin Trapp formte.

Todt wies die Kritik in verschiedenen Medien zurück. "Es gibt von uns keinen Tadel, dass sich Julian unprofessionell verhalten würde", sagte der Sportdirektor des Tabellen-16. dem "Abendblatt". Die "Bild" zitierte Todt mit den Worten: "Julian arbeitet an seiner Physis. Grundsätzlich ist er auf einem guten Weg."

Im Spiel gegen den VfB Stuttgart (3:1) hatte Pollersbeck wegen einer Erkältung gefehlt, in der Partie gegen Schalke 04 (0:2) hatte Mickel wegen der besseren Trainingsleistungen den Platz auf der Bank eingenommen. "Es war eine Entscheidung für Tom", hatte HSV-Coach Markus Gisdol gesagt. Pollersbeck soll sich schon seit längerem einen Ernährungsberater genommen haben. Zudem hat er mit Boxtraining begonnen und absolviert ein Extraprogramm von HSV-Torwart-Trainer Stefan Wächter.

Richtig zufrieden mit der Situation in Hamburg ist aber auch Pollersbecks Berater Roman Rummenigge nicht. "Wir werden uns sehr genau anschauen, wie es in den kommenden Wochen mit Julian weitergeht", sagte der Sohn von Karl-Heinz Rummenigge im "Abendblatt".

(can/dpa/sid)
 
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