1. Bundesliga 17/18
| 18.25 Uhr

Öffentliche Kritik an HSV-Trainer
Papadopoulos droht Suspendierung

Hamburger SV: Kyriakos Papadopoulos droht Suspendierung
Die öffentliche Kritik an HSV-Trainer Christian Titz könnte Kyriakos Papadopoulos teuer zu stehen kommen. FOTO: dpa, dan nic
Der erste Abstieg des Hamburger SV rückt immer näher. Durch die 1:2-Niederlage gegen Berlin ist die Aufbruchstimmung dahin. Die Fans randalieren. Vor allem für Kyriakos Papadopoulos dürfte es nach der öffentlichen Trainer-Schelte ungemütlich werden.

Für die Gewalttäter, die rund um die 1:2 (1:0)-Niederlage gegen Hertha BSC bei Krawallen sechs Ordner verletzt hatten. Und für den einstigen Vorkämpfer Kyriakos Papadopoulos, der nach seiner Frustattacke gegen Trainer Christian Titz auf dem Abstellgleis steht. "Wir werden solche Aussagen nicht tolerieren", sagte Wettstein mit ernstem Blick: "Er hat sich und uns keinen Gefallen getan. Er hat nicht das Recht, die sportliche Situation zu ignorieren." Titz kündigte ein ernstes Gespräch an: "Sein Verhalten geht so nicht."

Sogar eine Suspendierung des Griechen scheint nicht ausgeschlossen. Nach dem schweren Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt gegen die Berliner, der am Ende des Spieltags sogar zum Sturz ans Tabellenende führte, hatte der Abwehrspieler seine Nichtberücksichtigung öffentlich kritisiert. Es sei "total schade, dass ich nicht spiele und dass manche erfahrene Spieler nicht in der Mannschaft waren", sagte der 26-Jährige, der in der Vorsaison das Gesicht der Rettung war: "Die Mannschaft braucht diese Spieler."

Er habe "keine Ahnung, warum ich nicht gespielt habe. Der Trainer hat nicht mit mir gesprochen. Ich werde das Gespräch auch nicht suchen", sagte Papadopoulos und attackierte dann auch noch indirekt seine Kollegen. Nach der 1:0-Führung hätte man die Partie "nicht verlieren dürfen". Die Hertha-Fans sangen da schon: "Endlich 2. Liga - HSV!"

Hamburgs Klubchef glaubt weiter an das Wunder

Sieben Spiele hat der taumelnde Klub noch, sieben Punkte Rückstand sind es dank der Patzer der Konkurrenz bis zum Relegationsrang. Aber Wettstein, nach dem Aus von Heribert Bruchhagen alleiniger Vorstand des Klubs, will weiter an das Wunder von der Elbe glauben. "Wir können natürlich auch die Tabelle lesen", sagte er, aber sei noch "nicht der Moment" gekommen, "in dem man sagt: 'Das ist nicht mehr möglich'. Es wird halt immer schwieriger."

Und dies haben sich die Hanseaten einmal mehr selber zuzuschreiben. Titz ging volles Risiko, brachte nach seiner ersten Trainingswoche fünf neue Spieler und Torwart Julian Pollersbeck, Antreiber Matti Steinmann und Co. konnten zunächst auch überzeugen, Douglas Santos (25.) brachte den HSV in Führung. Doch in der zweiten Halbzeit brach die mit 23 Jahren und 359 Tagen jüngste HSV-Startelf seit dem 5. Januar 1974 ein - Valentino Lazaro (56.) und der eingewechselte Salomon Kalou (63.) drehten die Partie für Berlin. Und am Ende war der HSV wieder einmal überfordert.

"Wir haben es nach dem Seitenwechsel nicht mehr geschafft, den Druck aufzubauen und sind in Rückstand geraten. Gegen einen Gegner wie Hertha wird es dann schwer", sagte Titz. Am Sonntag versuchte er weiter Optimismus auszustrahlen: "Grundsätzlich haben wir noch eine positive Stimmung, wir haben viel gut gemacht."

In der Länderspielpause muss der Nachfolger von Bernd Hollerbach nun vor allem daran arbeiten, dass sich die Mannschaft nicht völlig auflöst. Papadopoulos kündigte in seiner kleinen Wutrede bereits an, in der 2. Liga nicht mehr für den HSV spielen zu wollen. Gestandene Profis wie Dennis Diekmeier, Mergim Mavraj, Andre Hahn und Sven Schipplock schafften es gegen Hertha nicht einmal in den Kader. Gleiches galt für Walace, der daraufhin nicht im Stadion erschien. Ihm droht ebenfalls eine Strafe.

(sid)
 
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