1. Bundesliga 16/17
| 12.43 Uhr

Nächste Posse beim HSV
Lewis Holtby wird als Schwindler entlarvt

Hamburger SV: Lewis Holtby wird als Schwindler entlarvt
Lewis Holtby sorgte nach Abpfiff für Aufregung. FOTO: dpa, mch pkw_A hjb
Köln. Hamburgs Trainer Labbadia schimpft über eine "krasse Fehlentscheidung" von Schiedsrichter Aytekin. Und HSV-Mann Holtby sorgt nach dem 1:2 von Köln für eine Posse.

In seiner Wut über den nächsten HSV-Rückschlag ließ sich Ersatzkapitän Lewis Holtby beim Schwindeln ertappen. Dreist behauptete der Hamburger Mittelfeldspieler nach dem unglücklichen 1:2 beim 1. FC Köln, Schiedsrichter Deniz Aytekin habe den entscheidenden Elfmeterpfiff in der Gäste-Kabine als Fehler bereut. Ein paar Stunden später entlarvte der HSV selbst seinen Profi via Twitter: "Aytekin war nach dem Spiel nicht in der HSV-Kabine u. hat sich für den Elferpfiff entschuldigt. Lewis Holtby hat da etwas falsch verstanden."

Auch der von seiner Strafstoß-Entscheidung überzeugte Aytekin hatte bereits energisch widersprochen: "Wenn Holtby das erzählt, kann ich nur sagen, dass das nicht der Wahrheit entspricht."

Am Sonntag ruderte dann Holtby persönlich zurück. "Meine Aussagen nehme ich zurück, ich habe das in der Hektik nach dem Spiel falsch verstanden", ließ Holtby über den HSV via Twitter wissen. Und der Mittelfeldakteur ergänzte: "Ganz sicher habe ich bewusst nicht irgendetwas erfunden." Holtby weiter: "Ich weiß jetzt, dass es nur einen kurzen Wortwechsel zwischen Herrn Aytekin und Emir Spahic im Kabinengang, in dem Herr Aytekin seine Wahrnehmung der Elfmeterszene geschildert hat."

Auslöser des Wirbels war die umstrittene Szene in der 79. Minute. Ein Touchieren von Emir Spahic, bei den Bundesliga-Referees womöglich als dauerhafter böser Bube verrufen, an Köln-Angreifer Anthony Modeste bestrafte Aytekin mit Rot und Elfmeter, den der angeblich Gefoulte vor 50.000 Zuschauern zur Entscheidung verwertete. Der Zorn der Hamburger war Aytekin gewiss.

Direkt nach dem Schlusspfiff und der zweiten Saisonniederlage sprach Trainer Bruno Labbadia von einer "krassen Fehlentscheidung" des Referees. "Wir sind zumindest um einen Punkt betrogen worden", wetterte der Coach, der sich zudem noch um den an der Schulter verletzten Stammtorwart Rene Adler sorgen musste.

Aytekin indes verteidigte seinen Pfiff und den Platzverweis für den einstigen Leverkusener Spahic, der nach seiner Prügelei mit Bayer-Ordnern seinen Vertrag verlor und für diese Saison beim HSV in Gnaden aufgenommen wurde: "Aus meiner Sicht hat es einen Kontakt im Fuß- und Rückenbereich gegeben. Aufgrund dieser Wahrnehmung habe ich auf Foulspiel entschieden." Dies habe er auch HSV-Sportdirektor Peter Knäbel erläutert - wohlgemerkt in der Schiedsrichter-Kabine.

Wutredner Labbadia zeigte immerhin auch Größe, als er Aytekin als "guten Schiedsrichter" bezeichnete und bemerkte, es sei "menschlich, Fehler zu machen". HSV-Angreifer Sven Schipplock indes sah "nie und nimmer" Strafstoß: "Wenn es für solche Szenen einen Elfmeter gibt, kriege ich drei oder vier im Spiel." Dennis Diekmeier fühlte sich wie Labbadia, der "total genervt" war: "Das ist brutal ärgerlich." Wollte auch HSV-Rechtsverteidiger Diekmeier danach mit Aytekin reden? "Das bringt doch nichts."

Der HSV-Tross verließ Köln entnervt, nachdem auch FC-Trainer Peter Stöger eines eingeräumt hatte: "Ich hätte ihn aus meiner Sicht von der Bank nicht gegeben", so der Österreicher zum Strafstoß. Modestes 2:1 und Philipp Hosiners 1:1 (76.) bei der Bundesliga-Torpremiere des Stöger-Landsmanns machten den besten Erstligastart der Rheinländer seit 19 Jahren perfekt. Zuhause ist der FC nun schon zwölf Spiele in Serie unbesiegt.

(dpa)
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