1. Bundesliga 16/17
| 15.31 Uhr

3,2 Millionen pro Jahr
HSV lockt Tuchel mit viel Geld und viel Macht

Fotos: Das ist Thomas Tuchel
Fotos: Das ist Thomas Tuchel FOTO: dpa, dna nic ljm nic
Hamburg. Der Flirt wird immer heißer: Mit einer Millionenofferte und einer erneuten Transferoffensive buhlt der Hamburger SV um seinen Wunschtrainer Thomas Tuchel.

3,2 Millionen pro Jahr, 25 Millionen für neue Stars und so viel Macht wie nie: Mit einem unmoralischen Angebot will der Hamburger SV seinen Wunschtrainer Thomas Tuchel an die Elbe locken. Der taumelnde Bundesliga-Dino bietet dem Ex-Mainzer für einen Vier-Jahres-Vertrag laut Bild-Zeitung 12,8 Millionen Euro. Damit wäre Tuchel der teuerste Trainer der HSV-Geschichte.

Zudem stellen die Norddeutschen dem 41-Jährigen angeblich frische Millionen für neues Personal in Aussicht. So soll Tuchel, der nur im Falle des Klassenerhalts der abstiegsbedrohten Hamburger als neuer Coach infrage kommt, den chronisch überteuerten Kader im Sommer mit zusätzlichen 25 Millionen Euro aufmotzen und die Strukturen des Vereins nach seinen Vorstellungen umbauen dürfen.

Am Wochenende hatten Klubchef Dietmar Beiersdorfer und Aufsichtsratsboss Karl Gernandt ihr Interesse an einer Verpflichtung Tuchels erstmals öffentlich erklärt. Diese Option sei "sehr, sehr intensiv und detailliert durchdekliniert", sagte Gernandt im NDR Sportclub. Tuchel "kostet viel Geld. Ob er teuer ist, muss man rausarbeiten. Wenn er es wert ist, ist er nicht teuer".

Finanzspritze von Investoren

Bezahlen will der seit Jahren klamme Klub den Tuchel-Deal offenbar mit den Finanzspritzen zahlungskräftiger Privatsponsoren. "Klaus-Michael Kühne, Alexander Otto und ein dritter Investor, der nicht genannt werden will, sind bereit, ordentliche Beträge auf den Tisch zu legen - und das, ohne Gegenleistungen dafür zu verlangen", sagte Gernandt.

Ob sich Tuchel den HSV angesichts der sportlich prekären Situation überhaupt antun möchte, steht allerdings in den Sternen. "Er hat wie ein kleiner Junge beim Autoquartett fast alle schnellen Autos in der Hand", sagte Gernandt über den Tuchel-Poker. Die Hanseaten sind als aktueller Tabellen-16. mit ihrem Interimscoach Peter Knäbel zunächst einmal gefordert, den ersten Abstiegs in der 128-jährigen Vereinsgeschichte zu verhindern. Die nächsten Gegner heißen Leverkusen, Wolfsburg und Bremen.

Tuchel, der in dieser Spielzeit ein Sabbatjahr eingelegt hat, ist zurzeit einer der gefragtesten Trainer auf dem deutschen Markt. Auch der ambitionierte Zweitligist RB Leipzig buhlt um die Dienste des 41-Jährigen. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung wird sich Tuchel noch in dieser Woche erklären, ob er am 1. Juli bei RB anfängt. Tuchels Assistent Arno Michels hatte sich zuletzt das Leipziger 3:1 gegen Düsseldorf angeschaut und dabei Innenstadt und Trainingsgelände inspiziert. Michels soll, so die LVZ am Dienstag, "begeistert gewesen sein".

Das Interesse an Tuchel kommt nicht von ungefähr. Der gebürtige Schwabe trainierte von 2009 bis 2014 die Profis von FSV Mainz 05 und führte den Klub zweimal in die Europa League. In 183 Partien holte er mit dem FSV im Schnitt 1,43 Punkte pro Spiel. Zuvor hatte Tuchel 2009 schon mit der Mainzer A-Jugend die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Doch der impulsive Coach machte sich in seiner Mainzer Zeit nicht nur Freunde. So erhob der ehemalige FSV-Torwart Heinz Müller schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Trainer. "Was er mit mir gemacht hat, war Mobbing hoch zehn. Tuchel ist ein Diktator", sagte Müller dem Fachmagazin kicker. Tuchel sei maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass sich Müllers Vertrag in Mainz in der Saison 2013/14 über Spieleinsätze nicht automatisch verlängert hatte. Er sei vor versammelter Mannschaft mit den Worten "Geh' zum Manager und lass' dich ausbezahlen" beleidigt worden.

(sid)
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