1. Bundesliga 17/18
| 12.25 Uhr

HSV-Youngster
Gisdol wird der Wirbel um Arp zu viel

Das ist Jann-Fiete Arp
Das ist Jann-Fiete Arp FOTO: dpa, chc hpl
Hamburg. Die Fans des Hamburger SV sind Kummer gewohnt, doch Sturmjuwel Jann-Fiete Arp macht Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Trainer Markus Gisdol wird der Rummel um den Teenie aber schon zu groß.

Abpfiff. Jann-Fiete Arp reißt die Hände in die Luft. Mehr als 50.000 Fans jubeln über drei Punkte. Der Shootingstar des Hamburger SV und seine Kollegen lassen sich ausgiebig feiern, sie hüpfen wie die kleinen Kinder vor den eigenen Anhängern auf und ab. "Davon habe ich immer geträumt. Ein überragendes Gefühl", sagte Arp und schwärmte über diesen Moment nach seinem ersten Bundesliga-Einsatz von Beginn an: "Ich spiele ja schon immer beim HSV und war schon oft selbst auf der Nordtribüne, deshalb habe ich diesen Augenblick auch immer wieder vor meinem geistigen Auge gehabt."

Dieser Augenblick ist jetzt zwei Wochen her, mit dem 3:1 gegen Stuttgart beendete der HSV im Volksparkstadion eine Serie von acht Spielen ohne Sieg. Arp traf zum Endstand, es war der zweite Treffer im dritten Bundesliga-Spiel für den erst 17 Jahre alten Angreifer. Und seitdem ist der Teenie an der Elbe in aller Munde. Doch seinem Trainer Markus Gisdol wird der Hype um das Nachwuchsjuwel vor der Partie bei Schalke 04 am Sonntag (15.30 Uhr/Live-Ticker) ein bisschen zu groß.

Um Arp herrsche derzeit "unglaublich viel Wirbel", sagte Gisdol: "Ich gebe ihm den Tipp, er soll sich nicht von jedem belabern lassen." Der 48-Jährige selbst will das Top-Talent ein Stück weit in Ruhe lassen, "ihm Hilfestellung anbieten, wenn er sie braucht." Grundsätzlich solle Arp "ganz nah bei sich bleiben und seiner Familie".

Die Fans des HSV hatten in der jüngsten Vergangenheit ja nicht viel Freude an ihrem Klub, der jetzt schon wieder im Tabellenkeller herumkrebst. Zudem tobt ein Machtkampf zwischen Investor Klaus-Michael Kühne und Jens Meier, Präsident des Stammvereins, um die Neubesetzung des Aufsichtsrates. Doch dieser Arp mit seiner schnörkellosen Art, seinem Antritt und seinem Abschluss vor dem Tor weckt bei vielen Hamburgern Hoffnung auf bessere Zeiten.

Arp ist ebenfalls hungrig auf mehr, gegen Schalke peilen die Hamburger die nächsten Punkte an. "Wir wollen natürlich nachlegen, darauf haben wir uns nach dem Stuttgart-Spiel direkt eingeschworen", sagte der angehende Abiturient, der noch keine offiziellen Interviews gibt, sich aber im Vereinsmagazin äußerte: "Und für mich persönlich ist es tatsächlich das nächste Highlight, in einem solchen Stadion dabei zu sein und alles hautnah zu erleben. Ich werde versuchen, mich davon nicht beeinflussen zu lassen und mich ausschließlich auf mein Spiel zu konzentrieren, es gleichzeitig aber auch wieder zu genießen." Denn genau davon träume ja jedes Kind, das gern Fußball spiele.

Zusammen mit dem jungen Japaner Tatsuya Ito will Arp auch gegen ein wiedererstarktes Schalke wirbeln. Und Gisdol wirbt darum, die Erwartungen nicht zu groß werden zu lassen. "Unsere Youngster sollen nicht alle Last auf sich nehmen. Sie sollen von unseren älteren Profis getragen werden", sagte Gisdol, der in Gelsenkirchen auf Albin Ekdal (Faszienverletzung im rechten Oberschenkel) verzichten muss.

(areh/sid)
 
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