1. Bundesliga 17/18
| 19.39 Uhr

HSV verhindert Abstieg
Süßer Abschied für van der Vaart – trotz Bierbecherwürfen

Fotos: HSV-Profis feiern den Klassenverbleib
Fotos: HSV-Profis feiern den Klassenverbleib FOTO: afp, TK/bb
Karlsruhe. Zum Abschied wurde Rafael van der Vaart von aufgebrachten KSC-Fans wüst beschimpft, am Ende sogar mit Bierbechern beworfen - ein besseres Ende hätte es für den niederländischen Ballkünstler beim Bundesligisten Hamburger SV dennoch nicht geben können.

Im Relegations-Rückspiel beim Karlsruher SC (2:1 n.V.), das dem HSV doch noch den Klassenerhalt sicherte, ackerte der 32-Jährige wie zu besten Zeiten, ließ hier und da seine Genialität aufblitzen - und zog im entscheidenden Moment zurück. "Ich dachte, Rafa schießt", sagte Dennis Diekmeier zum Freistoß-Treffer von Marcelo Diaz, der Hamburg in der 91. Minute in die Verlängerung gerettet hatte: "Er hat vorher sogar den Ball geküsst."

Hunderte solcher Freistöße hat der 109-malige Nationalspieler, dessen Vertrag mit dem Schlusspfiff in Karlsruhe ausgelaufen war, im Training und in Pflichtspielen versenkt. Dieses Mal überließ er die Verantwortung aber Diaz. "Für mich war das die Aktion überhaupt, dass er hat Marcelo schießen lassen", sagte Sportdirektor Peter Knäbel.

Van der Vaart selbst, dessen neuer Arbeitgeber noch nicht feststeht, sah das - augenzwinkernd - etwas anders. "Den hat er mir geklaut. Eigentlich wollte ich den schießen", sagte er bei Sky. Er wird Diaz verziehen haben.

Für van der Vaart war es ein versöhnlicher HSV-Abschluss. Während seiner ersten Zeit an der Alster von 2005 bis 2008 war er noch eine prägende Figur gewesen. Nach Gastspielen bei Real Madrid und Tottenham Hotspur wurde der Linksfuß dann 2012 zurückgeholt.

Der Glanz war jedoch längst verblasst, für den Techniker und die Hamburger war der Überlebenskampf in der Bundesliga zum Alltag geworden. "Ich kann nur sagen: Abstiegskampf ist scheiße, es gibt für mich nichts Schlimmeres", brachte es van der Vaarts erleichterter Trainer Bruno Labbadia schonungslos auf den Punkt.

Die Freude über die geglückte Rettung war Spielmacher van der Vaart, der über die Jahre deutlich an Tempo eingebüßt hat, anzusehen. "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Das ist unglaublich wichtig für den ganzen Verein, für die ganze Stadt", betonte er.

Van der Vaart hat für den Krisenverein Hamburger SV immerhin den erneuten Klassenverbleib als kleines Vermächtnis hinterlassen. Seine eigene Zukunft wird sich bald klären. Das Ausland lockt die Nummer 23 der Hanseaten. "In den kommenden Tagen wird das deutlich", sagte van der Vaart angesprochen auf seine nächste Herausforderung.

(sid/dpa)
 
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