1. Bundesliga 17/18
| 11.05 Uhr

Relegationsduell gegen Wolfsburg
Darum darf der HSV nicht absteigen

HSV: Darum darf der Hamburger SV nicht absteigen
Pierre-Michel Lasogga mit seiner Mutter Kerstin. FOTO: Reichwein
Düsseldorf. Viele würden dem HSV den Abstieg einfach mal gönnen. Wir aber nennen zehn Gründe, warum der Klub in der Bundesliga bleiben muss. Von Gianni Costa
  1. Uns Uwe Uwe Seeler ist die personifizierte Vereinslegende. Von 1953 bis 1972 hat er stolze 476 Spiele für den HSV bestritten. Und auch danach ist er dem Klub immer verbunden geblieben. Seeler macht sich schon eine ganze Weile Sorgen um seinen HSV. Mit seinen nun 80 Jahren ist ihm ein Ligawechsel einfach nicht mehr zuzumuten.
  2. Die Stadionuhr Auf einem großen Display im Volksparkstadion wird die Zeit angezeigt, die der Hamburger SV bereits in der Bundesliga spielt. Der Klub ist das einzige bislang nie abgestiegene Gründungsmitglied der höchsten deutschen Spielklasse. Bei einem möglichen Abstieg müsste die Uhr abgebaut werden – das würde immense Kosten verursachen. Geld, das der hoch verschuldete HSV gar nicht hat.
  3. Kerstin Lasogga Die Spielermutti der Nation kümmert sich resolut um die Karriere ihres Sohnes. Pierre-Michel hat nur das Beste verdient. Und beim HSV bekommt er das zuverlässig geboten. 539 Minuten musste er in dieser Saison arbeiten, um dafür ein kolportiertes Gehalt von drei Millionen Euro überwiesen zu bekommen. Im letzten Saisonspiel kann Muttis Liebling nicht mitmachen – er ist mal wieder verletzt.
  4. Dino Hermann Der Verlust des Maskottchens an sich wäre ja noch zu verschmerzen. Vor 2003 summte eine Hummel durch das Volksparkstadion, seither ist dort der Dino unterwegs, der nach dem verstorbenen Hermann Rieger benannt wurde. Und die Erinnerung an den Kultmasseur darf nicht leiden.
  5. Statistik Der HSV kann sich auf die höheren Mächte einfach verlassen. Es finden sich sehr zuverlässig immer mindestens zwei dümmere Klubs in der Bundesliga und einer mit mehr Pech eine Spielklasse tiefer, die dem Hamburger SV trotz allen Zitterns den Verbleib in der Bundesliga sichern.
  6. Verschwörungstheoretiker Ein Abstieg ist aus verschwörungstheoretischer Sicht im Prinzip nicht darstellbar. Deshalb wurde dieser Artikel sicherheitshalber auch mit einem Aluhut auf dem Kopf geschrieben. Der DFB hat längst alle nötigen Maßnahmen ergriffen, um den HSV in der Liga zu halten. Wie sonst ist zu erklären, dass ausgerechnet Manuel Gräfe am letzten Bundesliga-Spieltag am Samstag die Partie gegen Wolfsburg leitet? Der Berliner Gräfe war es, der im zweiten Relegationsspiel des HSV vor zwei Jahren beim Karlsruher SC in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für die Hamburger gegeben hat. Marcelo Diaz traf, das Spiel ging in die Verlängerung, in der Nicolai Müller nach dem Hinspiel-1:1 den HSV zum Klassenverbleib schoss.
  7. Die Auswärtsfans Für die allermeisten Fans ist das Spiel in Hamburg das wichtigste der Saison. Das hat ganz bestimmt auch sportliche Gründe. Die spielen aber keine große Rolle. Fußball ist an diesem Spieltag sozusagen nur ein Abfallprodukt. Die eigentliche Party findet auf der Reeperbahn statt. Wie unfair wäre es für standortbenachteiligte Anhänger aus Wolfsburg, Sinsheim und Leverkusen, ihnen diesen Ausflug künftig zu verwehren.
  8. Lotto King Karl Immer mal wieder ist "Hamburg, meine Perle" zu einem der bedeutendsten Fußballsongs der Welt erkoren worden. Vor jedem Heimspiel singt der Barde von einer Hebebühne vor der Fankurve seine Liebeserklärung an Hamburg im Allgemeinen und den HSV im Speziellen. Bei einem Abstieg würden Strophen über Bremen, München und Dortmund nicht mehr passen. Und auf zweitklassige Gegner kann man das Stück nicht umtexten. Also bleibt nur der Klassenerhalt, rein aus kulturellen Gründen.
  9. Kühne Nein, nicht der mit dem Senf. Klaus-Michael Kühne ist stinkreich. Also richtig, richtig stinkreich. Er hat so viel Geld, dass er bereit ist, davon einen beachtlichen Teil jedes Jahr zu verbrennen. Offiziell nennt er sein Engagement beim HSV eine Investition. Weiteres Geschäftsmodell von Kühne: Eskimos Kühlschränke verkaufen. Es wäre ein Jammer, wenn Kühne sein Geld nicht mehr in den HSV stecken würde, sondern in wirklich sinnvolle Dinge.
  10. Langeweile Weil der FC Schalke 04 irgendwann keine Lust mehr hatte, für Skandale in der Liga zu sorgen, und auch der 1. FC Köln sich beharrlich weigert, für etwas Stimmung abseits des Fußballs zu sorgen, übernimmt eben der HSV ganz selbstlos diese Rolle. Einer muss es ja machen.
(gic)
 
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