1. Bundesliga 16/17
| 11.54 Uhr

Krisengipfel am Sonntag
Zinnbauers Tage beim HSV sind gezählt

Fotos: Hamburger SV - Hertha BSC
Fotos: Hamburger SV - Hertha BSC FOTO: dpa, mch htf
Düsseldorf. Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: Ein Jahr nach dem Klassenerhalt in der Relegation droht dem Hamburger SV wieder der Bundesliga-Abstieg. Am Freitag gab es ein bitteres 0:1 gegen Hertha BSC. Unter Trainer Joe Zinnbauer ist die Mannschaft seit sechs Spielen sieglos. Von Jannik Sorgatz

Der 17. März, der vergangene Dienstag, könnte für Joe Zinnbauer eine bedeutsame Marke gewesen sein. Seit einem halben Jahr war er da Trainer des Hamburger SV. Sein Vorgänger Mirko Slomka hatte sieben Monate geschafft, sein Vor-Vorgänger Bert van Marwijk nicht einmal fünf. Sollte sich der HSV am Sonntag, wie allseits prognostiziert, wieder einmal nicht anders zu helfen wissen, dann läge Zinnbauer im Schnitt der jüngeren Vereinsgeschichte.

Es war Sportchef Peter Knäbel, der die düsteren Prognosen am Freitagabend nährte. Gerade hatte der HSV 0:1 gegen Hertha BSC verloren, den Berlinern reichte ein Kopfballtreffer durch Sebastian Langkamp kurz vor Schluss. "Das war ein herber Rückschlag. Wir sind und bleiben dick unten drin. Wir werden analysieren und sehen, wie wir in den Rest der Saison gehen", sagte Knäbel und ließ Zinnbauers Zukunft offen: "Ob er nächstes Wochenende noch unser Trainer ist, hängt von den Entscheidungen ab, die wir in den nächsten Tagen treffen werden."

Zwar können Bundesliga-Verantwortliche mittlerweile sagen, was sie wollen, fast jede Äußerung lässt Spekulationen in alle Richtungen zu. Aber der Eindrucks des Spiels gegen Hertha, die vergangenen Wochen und der Blick auf die Tabelle ergeben ein Gemisch, das schwerlich andere Schlüsse zulässt. Für Sonntag ist ein Krisengipfel anberaumt.

Während die Fans beider Teams zitterten, sahen die neutralen Beobachter ein grausames Fußballspiel. Das soll mittlerweile selbst in der Champions League vorkommen, doch dafür konnte sich das Niveau von #HSVBSC auch nichts kaufen:

Seit 315 Minuten wartet Hamburg auf ein Tor, 16 Treffer stehen nach 26 Spielen erst zu Buche. Tasmanias Bilanz ist zwar überflügelt, aber Platz zwei in der historischen Negativliste absolut realistisch. Seit sechs Spielen wartet der HSV auf einen Sieg. In der Rückrunde gab es Erfolge gegen Hannover 96 und den SC Paderborn. Nimmt man noch den VfB Stuttgart hinzu, ist das Krisentrio der Liga komplett. Theoretisch kann der HSV am Samstag auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschen. Nach der Länderspielpause heißen die Gegner Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, Werder Bremen und FC Augsburg.

Zinnbauer hatte es zuletzt mit Pathos versucht. "Sicherlich wird man jetzt nächste Woche analysieren. Es geht aber nicht um mich. Es geht um den Verein, den HSV", sagte der 44-Jährige. Seine Tage scheinen gezählt, ein weiterer Trainer wäre im Fall der Fälle verbrannt. Allerdings stellt sich die Frage, wer für die letzten acht Spieltage plus möglicherweise die Relegation ein ernsthafter Kandidat wäre. Kein Wunder, dass einer aus der eigenen Asche im Gespräch ist: Bruno Labbadia, der in der Saison 2009/2010 bereits bei den Hanseaten auf der Bank saß.

Und Thorsten Fink könnte auf Zypern, wo er inzwischen Trainer bei Apoel Nikosia ist, so langsam zu dem Schluss kommen, dass er in Hamburg eine Ära geprägt habe. 23 Monate war er im Amt. Das hat in den vergangenen acht Jahren kein HSV-Trainer geschafft.

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