2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 12.37 Uhr

Der letzte private Rückzugsort
TV-Kamera in der Kabine: Dann hört Frontzeck auf

Porträt: Das ist Michael Frontzeck
Porträt: Das ist Michael Frontzeck FOTO: AFP
Hannover. Trainer Michael Frontzeck von Hannover 96 hält die Kabine für eine Tabuzone für Medienvertreter. Dass in anderen Sportarten bereits Halbzeitansprachen der Trainer live übertragen werden, ist dem Bundesliga-Coach ein Gräuel.

"Da kommen wir auch hin! Aber dann möchte ich kein Trainer mehr sein! Wenn diese Kabine, der letzte private Rückzugsort, einmal fällt, bin ich nicht mehr dabei", sagte Frontzeck im Interview des RedaktionsNetzwerk Deutschland (Freitag). "Wenn einer sagt, dass das altmodisch ist: Dann bin ich gerne altmodisch", fügte er hinzu.

Der frühere Bundesliga-Profi verfolgt auch die erhöhten Anforderungen an die Coaches mit Sorge. Früher hätten Trainer fünf Jahre Zeit bekommen, etwas aufzubauen - heute seien es nur noch fünf Monate.

"Und das ist schädlich für den Fußball. Denn dieselben Leute, die einem fünf Monate Zeit geben, reden gleichzeitig von Entwicklung und Philosophie. Wie soll das in fünf Monaten gehen ?", argumentierte Frontzeck.

Er ist seit dem 21. April Trainer bei Hannover 96 und bewahrte das Team vor dem Abstieg. In die neue Saison startete er mit einem Remis und einer Niederlage, was in Hannover kritisch kommentiert wurde. "Hier herrschen eine Grundstimmung und Erwartungshaltung, die ich nicht nachvollziehen kann!", sagte Frontzeck.

(dpa)
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