2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 17.38 Uhr

Peter Neururer Nachfolge-Kandidat
Hannover 96 trennt sich von Trainer Korkut

Fotos: Neururers kurze Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne
Fotos: Neururers kurze Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne FOTO: dpa, ole jhe
Hannover. Genug geredet: Trainer Tayfun Korkut und Hannover 96 gehen im Kampf um den Klassenerhalt ab sofort getrennte Wege. Nach ungewöhnlich ausführlichen Diskussionen hat sich Präsident Martin Kind nun doch für einen personellen Neuangang entschieden. Dies gaben die Niedersachsen am Montag bekannt.

Man werde "einen neuen Cheftrainer verpflichten, der die Mannschaft im Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen 1899 Hoffenheim betreuen wird", hieß es in der öffentlichen Erklärung zum vorzeitigen Ende des 41-Jährigen bei den Norddeutschen. Korkut wurde eine Serie von 13 Begegnungen ohne Sieg letztlich zum Verhängnis, zuletzt war am vergangenen Wochenende die Partie bei Bayer Leverkusen nach einer schwachen Leistung mit 0:4 verlorengegangen.

Aktuell scheint Feuerwehrmann Peter Neururer (59) erste Wahl bei der kurzfristigen Nachfolge Korkuts zu sein. Eine Einigung ist in ersten Gesprächen noch nicht erzielt worden. Der Fußball-Lehrer verbreitete nach dem Treffen mit der Führung des abstiegsbedrohten Bundesligaclubs aber Zuversicht. "Warten wir mal ab. Es waren gute Gespräche, und es wird eine zeitnahe Entscheidung geben", erklärte Neururer am Montagnachmittag. Er hatte nach längerer Pause bis Dezember 2014 den Zweitligisten Bochum trainiert. In Hannover war er 1994/95 und 2005/2006 bereits Chefcoach. Verhandlungen wurden angeblich bereits auch mit Volker Finke (67), der als Nationaltrainer Kameruns tätig ist, geführt. Dies berichtet die Bild.

Der beurlaubte Korkut hatte nach dem 0:4 in Leverkusen selber erste Zweifel daran geäußert, den Bundesliga-15. aus dem Tabellenkeller führen zu können. "Mit solchen Leistungen reicht es natürlich nicht", sagte Korkut niedergeschlagen. Anders als im Vorjahr, als die Roten in einer ähnlich fatalen Situation waren, traute Kind seinem obersten Übungsleiter die sportliche Wende diesmal nicht mehr zu.

Porträt: Korkut – türkischstämmiger Trainer aus Stuttgart FOTO: afp, jd-jlu

Dass der Patriarch mit der endgültigen Trennung für ihn untypisch lange gezögert hatte, könnte mit der Problematik zu tun haben, nicht sofort eine Ideallösung als Nachfolger zur Hand zu haben. Als Wunschkandidat des Unternehmers gilt eigentlich Andre Breitenreiter, Trainer des Liga-Konkurrenten SC Paderborn. Der frühere 96-Profi hätte allerdings erst in der kommenden Spielzeit zur Verfügung gestanden - und wohl auch nur in der Ersten Liga.

Korkut war überraschend am Silvestertag des Jahres 2013 als Nachfolger von Mirko Slomka präsentiert worden. Der Job an der Leine war für ihn die erste Station als Cheftrainer. Zuvor hatte der in Deutschland geborene Ex-Nationalspieler überwiegend im Nachwuchsbereich gearbeitet.

Exakt eine Woche nach der ersten Partie unter der neuen sportlichen Leitung steht dann bereits das prestigegeladene Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg auf dem Spielplan.

(sid)
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