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| 07.47 Uhr

Absage an Neururer
Hannover setzt auf Frontzeck im Abstiegskampf

Porträt: Das ist Michael Frontzeck
Porträt: Das ist Michael Frontzeck FOTO: AFP
Hannover. Peter Neururer wird nicht neuer Trainer von Fußball-Bundesligist Hannover 96. Die Niedersachsen hatten sich am Montagmorgen von Tayfun Korkut getrennt. Sein Nachfolger wird nun Michael Frontzeck. Von Jannik Sorgatz

Am Morgen die Trennung von Tayfun Korkut, nachmittags wenig geheime Verhandlungen mit Peter Neururer, um kurz vor sieben am Abend die Absage, direkt danach die Gerüchte, dass es stattdessen Michael Frontzeck wird, um kurz vor acht die Bestätigung – es war ein chaotischer Montag in Hannover. "Michael Frontzeck hat als neuer Cheftrainer unser volles Vertrauen, die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen. Es geht in den verbleibenden Spielen ausschließlich um das Ziel, dass Hannover 96 in der Bundesliga bleibt", erklärte 96-Präsident Martin Kind in einer Mitteilung des Vereins.

Wer diese Zeilen liest und zuvor das Geschehen des Tages verfolgt hat, wird noch irritierter sein. Bereits die ersten Andeutungen, dass Neururer – von 1994 bis 1995 und von 2005 bis 2006 bereits zweimal Trainer bei den Niedersachsen – ein ernsthafter Kandidat sein soll, muteten kurios an. Das letzte Bundesliga-Engagement des 59-Jährigen, der Ende 2014 beim VfL Bochum beurlaubt wurde, liegt fast zehn Jahre zurück. Zudem schien die Zeit der "Feuerwehrmänner" lange vorbei – obwohl Bruno Labbadia als sogenannter  "Endspurtimpuls" beim Hamburger SV vor einer Woche bereits wie eine Renaissance der schnellen Retter wirkte.

"Man hat mir mitgeteilt, dass es jemand anders wird", sagte Neururer, für ein paar Stunden designierter Feuerwehrmann bei den 96ern. Die mediale Aufmerksamkeit schien er sehr zu genießen – wenn auch nur für ein paar Minuten vor einem Hotel in Hannover. Dann fuhr "Peter, der Große" in seinem Porsche davon. Bald darauf berichtete die "Bild"-Zeitung von der Absage des abstiegsbedrohten Klubs. Manager Dirk Dufner habe Neururer angerufen und ihm die Entscheidung mitgeteilt. "Es ist für mich nicht spannend, wer statt mir Trainer wird", sagte der.

Fotos: Neururers kurze Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne FOTO: dpa, ole jhe

Spannend ist es natürlich trotzdem, nicht nur für die Anhänger von Hannover 96. Wie zunächst die "Hannoversche Allgemeine" und die "Neue Presse" berichteten, hat sich der Tabellen-15. für Michael Frontzeck als Korkut-Nachfolger entschieden. Kurz darauf kam die offizielle Bestätigung des Vereins, der seit 13 Spielen nicht gewonnen hat und nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hat.

Frontzeck – in der Bundesliga ehemals Trainer von Borussia Mönchengladbach, Alemannia Aachen und Arminia Bielefeld war von 2004 bis 2005 Co-Trainer unter Ewald Lienen in Hannover, auch er ist also ein alter Bekannter bei 96. Zuletzt war Frontzeck von 2012 bei 2013 beim FC St. Pauli engagiert.

Hannovers Präsident Kind hatte zuvor verkündet, eine "Fünf-Spiele-Lösung" anzustreben. Genau die soll es mit Frontzeck werden, der am Dienstagmorgen seine erste Trainingseinheit an der Leine leiten und mittags vorgestellt werden soll. Am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) kommt 1899 Hoffenheim nach Hannover.

Gute Erfahrungen im Abstiegskampf hat Michael Frontzeck als Chefcoach im Oberhaus nicht gemacht: 2007 stieg der 51-Jährige mit Aachen aus der Bundesliga ab und trat zurück. 2009 wurde er nach dem 33. Spieltag in Bielefeld entlassen. Die Arminia war zu diesem Zeitpunkt 16. und beendete die Saison auf Platz 18. Auch Gladbach war 2011 Letzter, als Frontzeck nach dem 22. Spieltag gehen musste.

Oder aber man drückt Überraschung über Hannovers Entscheidung so aus:

Neururer findet sich auf Platz 89. Jos Luhukay, dessen Name ebenfalls die Runde machte, steht auf Platz 101. Hannover hat sich für Frontzeck entschieden. "Er kennt die Bundesliga und verfügt über vielfältige Erfahrungen. Ich bin davon überzeugt, dass er mit der Mannschaft die Saison erfolgreich beendet", zeigte sich 96-Sportdirektor Dufner optimistisch.

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