2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 18.21 Uhr

Bundesliga-Schlusslicht
Hannover setzt Trainer Schaaf vor die Tür

Fotos: Thomas Schaaf – ein Leben für Werder Bremen
Fotos: Thomas Schaaf – ein Leben für Werder Bremen FOTO: dpa, crj jhe
Hannover. Am Sonntag beendete Krisen-Klub Hannover 96 das große Missverständnis mit Trainer Thomas Schaaf: Der 54 Jahre alte Chefcoach musste nach der zehnten Niederlage in elf Spielen unter seiner Führung gehen.

Als Nachfolger übernimmt bis zum Saisonende der bisherige U19-Coach Daniel Stendel, der am Montag seinen 42. Geburtstag feiert. Am Samstag hatte der abgeschlagene Tabellenletzte im Nordduell gegen den Hamburger SV 0:3 (0:0) verloren. Ebenso wie Schaaf wurden auch die Co-Trainer Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach freigestellt.

"Wir haben uns die Entscheidung ganz bestimmt nicht leicht gemacht. Thomas ist seiner Arbeit immer sehr akribisch und zielorientiert nachgegangen. Er hat zusammen mit seinem Trainerteam alle Möglichkeiten ausgeschöpft, positive Ergebnisse mit der Mannschaft zu erzielen. Das ist leider nicht gelungen", begründete Manager Martin Bader die Entscheidung des Klubs, die er gemeinsam mit Vereinsboss Martin Kind getroffen hatte: "Nach der zehnten Niederlage im elften Spiel sind wir daher zu dem Entschluss gekommen, dass wir so die Saison nicht beenden wollen und versuchen mit dem Wechsel auf der Trainerposition noch einmal einen neuen Impuls zu geben. Wohl wissend, dass der Klassenerhalt bei zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch sehr theoretisch möglich ist."

Hannover muss deshalb auch nach 14 Jahren Erstklassigkeit für die 2. Bundesliga planen – jetzt gänzlich ohne die Person Schaaf. Die Perspektivlosigkeit der Mannschaft von der Leine gab wohl den Ausschlag, sich doch noch vom ehemaligen Bremer Meistertrainer zu trennen. Als Nachfolger von Michael Frontzeck war das einstige Werder-Urgestein in der Winterpause angetreten, 96 in der Bundesliga zu halten.

Schaaf ist gescheitert

Doch Schaaf ist krachend gescheitert, der Fußballlehrer fand keine Bindung zu Mannschaft, alle Änderungen und Taktiken der Marke Schaaf schlugen fehl. Am Ende stand eine nie für möglich gehaltene Negativserie des Traditionsklubs aus der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Am vergangenen Mittwoch hatten die Hannoveraner bereits bekannt gegeben, dass Schaaf die Niedersachsen im Abstiegsfall verlassen werde. Sein bis 2017 laufender Vertrag gilt nur für die Bundesliga. "Wenn irgendwo einer da ist, der es besser kann, soll er es machen", hatte Schaaf nach der neuerlichen Heimpleite gegen den HSV erklärt: "Aber ich bin nicht das Problem." Vor dem HSV-Spiel hatte Schaaf harsche Kritik an seinen Spielern geübt.

Am 21. Dezember 2015 hatte Michael Frontzeck seinen Rücktritt bei 96 vollzogen. Schaaf, der noch nie mit einem Team abgestiegen war, sollte der Hoffnungsträger bei den Roten sein. Doch die sechs Neuzugänge der Hannoveraner, die im Winter-Transferfenster von Manager Martin Bader verpflichtet wurden, erwiesen sich größtenteils als Flops.

Hannover befindet sich mit 17 Punkten nach 28 Spieltagen in der Bundesliga längst nur noch auf Abschiedstournee. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Klasse halten, ist sehr gering. Es ist relativ unerheblich, da noch einen Trainerwechsel zu machen", hatte Bader vor dem HSV-Spiel bei Sky gesagt.

Einen Rücktritt hatte Schaaf unmittelbar nach dem Spiel erneut ausgeschlossen. Längst hatte sich aber Ratlosigkeit breitgemacht. Was die 96er seit dem Wechsel zu Schaaf im Winter auch versuchten – es fruchtete nicht.

(dpa)
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