1. Bundesliga 15/16 Bundesliga
| 19.28 Uhr

Kaum noch Spieler, keine Zeit
Schaaf sucht verzweifelt nach Rettungs-Rezept für 96

Fotos: Thomas Schaaf – ein Leben für Werder Bremen
Fotos: Thomas Schaaf – ein Leben für Werder Bremen FOTO: dpa, crj jhe
Hannover. Thomas Schaaf rennt in Hannover die Zeit davon. Während die Konkurrenten fleißig punkten, sucht der Coach beim Tabellenletzten verzweifelt nach dem Rettungsrezept.

Noch kein Punkt unter seiner Regie, sieben Zähler Rückstand zum rettenden Ufer, Tabellenplatz 18: Thomas Schaaf läuft bei seiner Rettermission in Hannover die Zeit davon. Während die Konkurrenten im Tabellenkeller fleißig punkten, sucht der neue Coach von Hannover 96 noch immer verzweifelt nach dem ultimativen Erfolgsrezept - und nun gehen Schaaf auch noch die Spieler aus. "Wir dürfen nicht so eine Alibi-Kiste haben", sagte Schaaf am Donnerstag mit Blick auf die höchst prekäre Gesamtsituation: "In dem ich darüber nur quatsche, verändere ich nichts." Das Team solle sich aktiv "dagegen wehren", sich "auflehnen".

Acht Verletzte

Im schweren Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) fehlen mit den kurzfristigen Ausfällen von Kapitän Christian Schulz (Magen-Darm-Grippe) sowie den beiden Stürmern Adam Szalai (Muskelfaserriss) und Hugo Almeida (Infekt) die Akteure sechs bis acht.

"Jeder Spieler, der ausfällt, tut uns erstmal weh", sagte Schaaf: "Auf der anderen Seite ist das für einen anderen Spieler die Chance, Positives für sich zu verbuchen. Wenn die Chance da ist, musst du dich zeigen, dich behaupten, dich durchsetzen und sie für dich nutzen." Nach sechs Pleiten am Stück, drei davon unter Schaaf, steht in Dortmund einiges auf dem Spiel. Bei einer weiteren Niederlage droht Hannover (14 Punkte) selbst den Relegationsplatz (derzeit Werder Bremen, 19 Punkte) aus den Augen zu verlieren. Die 14 Partien bis zum Saisonende werden für Schaaf und sein Team zum Wettlauf gegen die Zeit.

Gut sechs Wochen nach Schaafs Inthronisierung ist jeglicher Zauber verflogen - grenzenlose Zuversicht ist blanke Abstiegsangst rund um den Klub gewichen. Selbst der mächtige Vereinschef Martin Kind, sonst eher für seine kesse Lippe bekannt, befasst sich angesichts des bösen Absturzes inzwischen mit dem Horrorszenario 2. Liga. "Der Abstieg wäre für mich persönlich der Super-GAU, das wäre desaströs", sagte Kind der Sport Bild: "Das wäre wie eine Niederlage für mich." Seit 14 Jahren spielt Hannover inzwischen in der Beletage des deutschen Fußballs, sorgte jahrelang sogar auf internationalem Parkett für Furore - so prekär wie jetzt war die Situation seither nie.

Und so ist vor allem Trainer Schaaf gefordert. Durch die neuen Verletzungen wird der 54-Jährige in Dortmund gezwungen, bei seinem vierten Spiel mit Hannover das vierte Mal eine neue Aufstellung zu wählen. Neben den drei aktuellen Ausfällen sind Kreativmann Hiroshi Kiyotake (Haarriss im Fuß), Abwehrspieler Oliver Sorg (Innenbanddehnung im Knie), Leon Andreasen (Knöchelstauchung), Felix Klaus (Knieverletzung) und Charlison Benschop (Knieoperation) nicht dabei.

Die Vereinsführung fordert angesichts der drei trostlosen Rückrunden-Darbietungen gegen Darmstadt (1:2), in Leverkusen (0:3) und gegen Mainz (0:1) "Antworten" vom Team. Kind hat 14 Spieltage vor Schluss den drittletzten Tabellenplatz als neues Ziel ausgerufen. "Ich schaue auf Relegationsplatz 16", sagte Kind. Fünf Punkte Abstand seien "zu bewerkstelligen. Danach schauen wir nach oben".

Zumindest ein bisschen Mut macht den Niedersachsen ein Blick zurück. Dortmund behielt zwar in fünf der vergangenen sechs Spiele gegen Hannover die Oberhand, das letzte Aufeinandertreffen im Signal Iduna Park gewann allerdings 96.

(old/sid)
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