Aufstieg in die Belle Etage gesichert: Hannovers Erstligaplanungen auf Hochtouren
zuletzt aktualisiert: 16.03.2002 - 13:19Hannover (rpo). Weit, weit ist Hannover 96 der Konkurrenz um den Aufstieg in die Belle Etage des deutschen Fußballs schon enteilt. Jetzt wird an der neuen Mannschaft gebastelt.
Der Tabellenführer der 2. Fußball- Bundesliga steht nach dem 4:0 über den SSV Reutlingen unmittelbar vor dem Zielstrich. Aber noch zieren sich Vorstand, Trainer und Mannschaft, den Vollzug zu verkünden. "Ich habe keine Lust zu rechnen. Wir sind noch nicht aufgestiegen", meinte 96-Coach Ralf Rangnick. Er fügte hinzu: "Solange rechnerisch noch alles möglich ist, sprechen wir einfach nicht davon." Er möchte noch mehr Punkte und Siege einfahren. Damit ärgert er Clubchef Martin Kind, dem die Erfolgsprämien des Teams teuer zu stehen kommen.
61 Zähler hat Hannover 96 nach 27 Spielen auf dem Konto. 73 Tore sind ein deutlicher Beweis, wo die Stärken der Mannschaft liegen. Der Trainer hat mit einer Offensivtaktik die Konkurrenz auf Distanz gehalten. "Wir peilen die 100-Treffer-Marke an", meinte Torjäger Daniel Stendel. Er steht mit 14 Toren hinter Jan Simak (16) in der Rangliste ganz oben. "Die Spieler haben Freude am Fußball und mit den Siegen wollen sie auch noch ein paar Euro verdienen", meinte Rangnick. Lediglich in der ersten Halbzeit ärgerte er sich über schlampige Spielzüge. "Der zweite Durchgang war da fast Zauber- Fußball", schwärmte der Trainer und klatschte mit 19 360 Zuschauern Beifall bei den Toren von Connor Casey (36.), Carsten Linke (54.), Daniel Stendel (56.) und Daniel Stefulj (87.).
Die Planungen für die Bundesliga laufen hinter den Kulissen beim niedersächsischen Traditionsclub auf Hochtouren. Bei den Leistungsträgern Altin Lala, Steven Cherundolo und Nebojsa Krupnikovic biss die Führungsetage allerdings bisher auf Granit. Der albanische Nationalspieler Lala möchte das große Geld bei einem Spitzenclub verdienen, US-Nationalspieler Cherundolo ist ein Kandidat beim FC Schalke 04 und dem Jugoslawen Krupnikovic sind 900 000 Euro Jahressalär angeblich nicht genug. Schalke-Manager Rudi Assauer saß beim Spiel gegen Reutlingen als Cherundolo-Beobachter auf der Tribüne und verließ vorzeitig das Niedersachsenstadion. Das dürfte aber kein Indiz für Desinteresse gewesen sein.
Hannover 96 will sich beim Vertragspoker von den Spielern nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Bis Ende März sollen die Verträge unter Dach und Fach sein. "Wir wollen Klarheit. Nachbesserungen bei den Verträgen gibt es nicht", bekräftigte am Samstag Clubchef Kind. Der Trainer ist in den kommenden Woche auf Achse, um sich nach Verstärkungen umzusehen. Eine Reise zum Dortmunder UEFA-Cup-Spiel nach Prag hatte ihn nicht weitergebracht, doch Rangnick gibt nicht auf: "Wir werden schon etwas Passendes finden."
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