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Schweiz - Frankreich 1:3: Henrys Doppelpack beseitigt die Zweifel

zuletzt aktualisiert: 21.06.2004 - 22:57

Coimbra (rpo). Titelverteidiger Frankreich ist bei der EM in Portugal als Sieger der Gruppe B ins Viertelfinale eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Jacques Santini bezwang in ihrem letzten Gruppenspiel die Schweiz nach lange Zeit harter Gegegnwehr mit 3:1 (1:1). Thierry Henry führte mit zwei späten Treffern in der 76. und 84. Minute den Erfolg des hohen Favoriten herbei. 

Das Team um Weltfußballer Zinedine Zidane trifft am Freitag (20.45 Uhr) in Lissabon auf die Griechen von "König" Otto Rehhagel. Die Eidgenossen müssen mit nur einem Punkt aus drei Spielen die Heimreise antreten. Vor 29.000 brachte Superstar Zindine Zidane den Europameister in der 20. Minute mit seinem dritten Turniertor in Führung. Nach einem Eckball von Robert Pires traf der Mittelfeldstar zwei Tage vor seinem 32. Geburtstag per Kopf. Doch Johann Vonlanthen glich nur sechs Minuten später für die Schweizer aus und schrieb damit EM-Geschichte. Der Ersatz für Alexander Frei, der wegen einer Spuckattacke gegen den Engländer Steven Gerrard bis zum EM-Ende gesperrt wurde, trug sich mit 18 Jahren, vier Monaten und 21 Tagen als jüngster Torschütze aller Zeiten in die Annalen ein.

Vonlanthen löste damit den drei Monate älteren Engländer Wayne Rooney ab, der am vergangenen Donnerstag beim 3:0 gegen die Schweiz zweimal getroffen hatte. Für die Eidgenossen war es das erste EM-Tor nach 392 Minuten. Im Eröffnungsspiel 1996 gegen England (1: 1) hatte Kubilay Türkyilmaz den bislang einzigen EM-Treffer der Schweizer erzielt. Die Schweizer stellten den hohen Favoriten, der auf Drängen der Stars sein Spielsystem geändert hatte, vor große Probleme. Das Team von Trainer Köbi Kuhn war aggressiver und zweikampfstärker als der Europameister und traute sich nach etwas nervösem Beginn immer häufiger in die Offensive. Die Franzosen agierten dagegen überraschend phantasielos. Besonders an Zidane, der wie gefordert hinter den Spitzen begann, lief das Spiel zunächst völlig vorbei. Der Weltfußballer fiel in der Anfangsphase nur durch einen verunglückten Schussversuch und einige Fehlpässe auf. Beim Führungstor stand "Zizou" dann aber goldrichtig.

Vonlanthen trifft nach Cabanas-Zuspiel

Die dritte Chance der Schweizer, die schon vor Zidanes Treffer die besseren Möglichkeiten hatten, nutzte dann Vonlanthen nach mustergültigem Zuspiel von Ricardo Cabanas zum Ausgleich. Die große Chance zur erneuten Führung der Franzosen vergab Henry, dessen Kopfball nach Zidane-Flanke knapp das Tor verfehlte (43.). Frankreichs Trainer Jacques Santini hatte seine Anfangs-Elf im Vergleich zum 2:2 gegen Kroatien gleich auf vier Positionen geändert. Auf den Außenpositionen in der Viererkette spielten Bixente Lizarazu und Willy Sagnol vom deutschen Rekordmeister Bayern München. Außerdem rückten Claude Makelele und Pires ins Team. Auf der Bank blieben zunächst Sylvain Wiltord, William Gallas, Olivier Dacourt und Marcel Desailly, für den Zidane die Kapitänsbinde trug.

Sagnol musste allerdings zur Pause verletzt vom Platz, für ihn kehrte Gallas auf die rechte Abwehrseite zurück. Auch nach dem Seitenwechsel hatte der Titelverteidiger Probleme und brachte weiter wenig Konstruktives zustande. Die Schweizer, bei denen Altstar Stephane Chapuisat auf der Bank blieb, machten dem Favoriten mit einer starken Defensivleistung lange Zeit das Leben schwer. Erst nach einer Kopfballvorlage des kurz zuvor eingewechselten Louis Saha traf Henry zum 2:1. Danach war das Arsenal-Ass nach einem Alleingang über 30 m erfolgreich. Während sich bei den Eidgenossen der Hamburger Raphael Wicky und Daniel Gygax die Bestnoten verdienten, gefielen bei den Franzosen Doppeltorschütze Henry und Lilian Thuram.

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STIMMEN ZUM SPIEL

Trainer Jakob Kuhn (Schweiz): "Gratulation an die französische Mannschaft. Wir haben uns sicherlich nicht schlecht verkauft. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen - auch wenn die Resultate nicht so stimmen."

Trainer Jacques Santini (Frankreich): "Ich muss allen 23 Spielern meiner Gruppe zum Weiterkommen gratulieren. Nach diesem Spiel erhalten meine Spieler die Erlaubnis, ihre Ehefrauen und Partnerinnen zu treffen. Es ist besser, ihnen mit der erreichten Qualifikation gegenüberzutreten, denn sie sind die Ersten, die uns ansonsten kritisieren."

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STATISTIK ZUM SPIEL

Schweiz: Stiel - Henchoz (85. Rama), Murat Yakin, Müller, Spycher - Cabanas, Gygax (85. Magnin), Vogel, Wicky - Hakan Yakin (60. Huggel) - Vonlanthen

Frankreich: Barthez - Sagnol (46. Gallas/90.+2 Boumsong), Thuram, Silvestre, Lizarazu - Makelele, Vieira, Pires - Zidane - Trezeguet (75. Saha), Henry

Schiedsrichter: Lubos Michel (Slowakei)

Tore: 0:1 Zidane (20.), 1:1 Vonlanthen (26.), 1:2 Henry (76.), 1:3 Henry (84.)

Zuschauer: 29.000

Beste Spieler: Wicky, Gygax - Pires, Thuram

Gelbe Karten: Huggel (2), Hakan Yakin, Wicky - Henry

Frankreichs Nationalteam hatte nach zähem Beginn gegen die Schweiz schließlich doch noch Grund zur Freude  Foto: RPO
Frankreichs Nationalteam hatte nach zähem Beginn gegen die Schweiz schließlich doch noch Grund zur Freude Foto: RPO

 
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