1. Bundesliga 16/17
| 10.53 Uhr

Nur 2:2 gegen Schlusslicht Hannover
Kampf um Champions League hemmt Hertha

Stendel feiert Debüt auf der Trainerbank
Stendel feiert Debüt auf der Trainerbank FOTO: dpa, soe
Berlin. Nach dem nächsten bitteren Rückschlag im Kampf um die direkte Qualifikation für die Champions League sparte Pal Dardai nicht mit Kritik. "Eine Top-Mannschaft gewinnt so ein Heimspiel, wenn sie zwei Tore schießt", sagte der Trainer von Hertha BSC nach dem ernüchternden 2:2 (1:1) gegen das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96.

Zwar werden die Berliner auch nach dem 29. Spieltag noch auf dem dritten Tabellenplatz stehen, doch ließen sie gegen die Niedersachsen wichtige Punkte liegen. "Wir sind immer noch eine junge Mannschaft. Und die Situation, dass wir das oben sind, belastet die Jungs wahrscheinlich auch", gab Dardai offen zu.

Nach der bisher so berauschenden Saison kommen die Profis im Saisonendspurt ins Grübeln. "Die Jungs können natürlich auch Zeitung lesen und sehen, dass die Spiele weniger werden", sagte Manager Michael Preetz, der sich schützend vor das Team stellte: "Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Man kann den Spielern keinen Vorwurf machen, was Kampf und Einstellung angeht."

Schon seit Dezember steht die Hertha mit einer kurzen Unterbrechung überraschend auf dem Platz hinter Bayern München und Borussia Dortmund. Bei noch fünf ausstehenden Begegnungen soll dieses Ergebnis unbedingt behauptet werden, um in der kommenden Saison endlich wieder in der Königsklasse dabei zu sein. "Wir stehen vor fünf Endspielen", sagte Salomon Kalou, der zum glücklichen Endstand (72.) traf und so zumindest einen Punkt ("Das ist besser als keiner") rettete.

Zuvor hatten die tapfer kämpfenden Hannoveraner, die nur noch ein Wunder vor dem Abstieg retten kann, das Spiel gedreht. Zwar brachte Vedad Ibisevic (3.) die Hauptstädter vor 45.229 Zuschauern im heimischen Olympiastadion schnell in Führung, doch Artur Sobiech (18.) und Manuel Schmiedebach (58.) ließen 96 zwischenzeitlich von einem Auswärtscoup träumen.

"Froh sein über den Punkt"

"Nach der zweiten Halbzeit müssen wir froh sein über den Punkt", sagte Dardai. Eigentlich spielte Hertha in dieser Saison nach eigener Führung oft clever und siegte am Ende souverän, nicht so am Freitagabend. "Wenn du zu Hause zwei Tore machst, dann musst du die drei Punkte mitnehmen", sagte Dardai, dem das übermotivierte Verhalten seiner Spieler missfiel. Hertha agierte unnötig risikoreich und ermöglichte leichte Konter. Dardai: "Das war unnötig, das sind nicht wir."

Nach einer intensiven Fehleranalyse will der Pokalhalbfinalist mit neuer Energie in das nächste Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim am kommenden Samstag gehen. "Das wird für uns wieder sehr schwer, denn sie kämpfen ums Überleben. Spiele gegen solche Teams sind immer hart", sagte Kalou mit Blick auf das Duell gegen die abstiegsbedrohten Kraichgauer.

Ohne realistische Chance auf den Klassenerhalt geht Hannover 96 zumindest mit ein bisschen mehr Selbstbewusstsein in die letzten Begegnungen. "Es hat sich nicht so wirklich viel verändert für uns", sagte Trainer Daniel Stendel, der in der Vorwoche den erfolglosen Thomas Schaaf ablöste.

Der 42-Jährige stellte sein Team optimal ein und wurde nach zuvor fünf Niederlagen in Serie unter Schaaf immerhin mit einem Zähler belohnt. "Der Punkt ist eine tolle Geschichte", sagte Stendel. Eine Rettung vor dem Abstieg bleibt für die Niedersachsen aber weiterhin so gut wie unmöglich.

(sid)
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