Turbulenzen um Stadionneubau in München: Hoeneß widerspricht Kaiser Franz: Auszug kommt nicht in Frage
zuletzt aktualisiert: 01.10.2001 - 15:49München (rpo). Drei Wochen vor dem Bürgerentscheid über das neue Münchner Fußball-Stadion hat sich Franz Beckenbauer mit dem von ihm angedrohten Auszug des FC Bayern München aus der bayerischen Landeshauptstadt sogar im eigenen Lager isoliert.
Bei einer Ortsbegehung am geplanten Standort in Fröttmaning stellte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Montag klar, dass der deutsche Rekordmeister auch bei einer Stadionablehnung derartige Pläne gegenwärtig nicht verfolge. "Das war eine emotionale, persönliche Äußerung von Franz Beckenbauer. Wir beschäftigen uns nicht damit", erklärte Hoeneß.
Beckenbauer, der sowohl Präsident des FC Bayern als auch des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ist, hatte am Wochenende in einem Zeitungs-Interview angekündigt, dass sich der Champions-League-Sieger bei einem negativen Entscheid am 21. Oktober nach einem Standort "außerhalb" Münchens umschauen werde. "Dann lassen wir einfach das München weg. Dann sind wir nur noch der FC Bayern", hatte Beckenbauer gedroht.
Karl-Heinz Wildmoser, Präsident des TSV 1860 München (Foto, links neben Uli Hoeneß), mit dem der FC Bayern für 400 Millionen Mark das auch für die WM 2006 vorgesehene Stadion errichten will, schloss einen Standort außerhalb Münchens für seinen Club kategorisch aus. "Der TSV 1860 macht sich keine Gedanken, aus München fortzuziehen. Mit mir wird es das nicht geben" betonte Wildmoser. Der "Löwen"-Chef brachte für den Fall einer Niederlage der Vereine am 21. Oktober überraschend einen möglichen Ausbau des Sportparks Unterhaching auf ein Fassungsvermögen von 40.000 Besuchern als Alternative ins Gespräch: "Aber das ist eine absolute Notlösung."
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