2. Bundesliga 17/18 2. Bundesliga
| 11.16 Uhr

Relegation gegen Regensburg
Schwache Löwen wenden "episches Desaster" vorerst ab

Regensburg - 1860 München: die Bilder
Regensburg - 1860 München: die Bilder FOTO: dpa, tim jai
München/Regensburg. Trotz einer zum Teil katastrophalen Leistung darf 1860 München auf den Verbleib in der 2. Liga hoffen. Unter anderem, weil ein ehemaliger Löwe patzt.

Andreas Geipl würde es wieder tun. Würde wieder antreten, wenn es Elfmeter gibt. "Ja", sagte er am Freitag. Kein Zögern, keinen Anflug von Selbstzweifel gab es da bei Geipl, obwohl er ja erst eine gute Viertelstunde zuvor im Hinspiel der Relegation gegen 1860 München eine große Chance für Jahn Regensburg auf dem Weg zum Aufstieg in die 2. Bundesliga vergeben hatte. Vielleicht auch die entscheidende.

Es lief die 84. Minute, als der Münchner Torhüter Stefan Ortega den "einfach schlecht" geschossenen Strafstoß von Geipl parierte und seiner Mannschaft ein 1:1 (0:1) rettete. Ortega war nach dem 1:2 der Löwen am letzten Spieltag beim 1. FC Heidenheim und dem Absturz auf den Relegationsplatz zum Sündenbock gestempelt worden. Geipl (25) hatte dem Jahn am letzten Spieltag durch einen Treffer in der 83. Minute noch den Relegationsplatz beschert - per Elfmeter.

Geipl ist im Grunde genommen ein Löwe. Im Alter von elf Jahren kam er 2003 an die Grünwalder Straße, er verließ sie im Sommer 2014, weil er sich nicht im Profikader festsetzen konnte. Am Dienstag (18.00 Uhr/Live-Ticker) kehrt er zurück in die Arena in München, wo 60.000 Zuschauer erwartet werden. "Voller Elan" und "positiv gestimmt", versprach Geipl, werde der Jahn da hinfahren, "es ist noch nichts verloren und noch nichts gewonnen."

Leistung in Hälfte eins "eine Katastrophe"

Trotzdem: Der Drittligist, trainiert vom ehemaligen Nationalspieler Heiko Herrlich, hätte die Existenzangst bei den Löwen erheblich vergrößern können. Nach 107 Sekunden bereits traf der gute Marc Lais zum 1:0, danach schien sich der Großteil der Münchner Spieler aus der 2. Liga verabschiedet zu haben. Eine "Katastrophe" nannte selbst Trainer Vitor Pereira die Leistung der Mannschaft in der ersten Halbzeit, die zwischen planlos und leidenschaftslos oszillierte.

Dass das "epische Desaster", wie Löwen-Geschäftsführer Ian Ayre einen möglichen Abstieg bezeichnete, nicht schon am Freitag zur Gewissheit wurde, lag auch an Florian Neuhaus, der seinen ersten Treffer als Profi erzielte (78.). Mit dem ersten Schuss aufs Tor der Regensburger, wie Herrlich feststellte. Er durfte auch unwidersprochen behaupten: "Einen Sieg hätten wir unabhängig vom Elfmeter verdient gehabt."

Aber auch ein 1:1, ergänzte Herrlich, sei "kein schlechtes Ergebnis". Und, auch das streute er mal eben ein: Seiner Mannschaft sind in dieser Saison immerhin neun Auswärtssiege gelungen, warum also nicht vor der gewaltigen Kulisse in der Allianz Arena. "Die Spieler wachsen an ihren Aufgaben", glaubt Herrlich, "ich sehe noch eine Chance." Ja, warum auch nicht? In den bisherigen acht Relegationen hat sich sechsmal der Drittligist durchgesetzt.

Löwen-Trainer Pereira gibt sich unterdessen zuversichtlich für das nahende Endspiel, auch wenn ihm dann Romuald Lacazette (Gelb-Sperre) und Marin Pongracic (Gelb-Rot in der 80. Minute) fehlen. "Am Dienstag", sagte er, "ist eine schwere Prüfung - aber wir werden sie bestehen." Wenn er sich da mal nicht täuscht.

(sid)
 
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