Serie A: 37 Manager und Schiedsrichter vor Gericht
zuletzt aktualisiert: 15.12.2007 - 13:52Neapel (RPO). Im Zuge des Manipulationsskandals in der italienischen Serie A hat am Samstag in Neapel das Zivilverfahren gegen 37 mutmaßlich involvierte Manager und Schiedsrichter begonnen.
Ein Untersuchungsrichter muss über die Eröffnung eines Prozesses gegen die Angeklagten entscheiden, die meisten von ihnen waren im Gerichtssaal am Samstag nicht anwesend. Auch der mutmassliche Drahtzieher der Affäre, Ex-Sportdirektor Luciano Moggi von Rekordmeister Juventus Turin, erschien nicht vor dem Richter.
Den 37 Angeklagten wird Sportbetrug vorgeworfen. 17 von ihnen werden auch der Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel, Einfluss auf Italiens Fußball-System zu nehmen, beschuldigt. Zu den Angeklagten zählt auch der Ex-Juve-Geschäftsführer Antonio Giraudo und der ehemalige Verbandspräsident Franco Carraro.
Sieben Fußball-Klubs, darunter die Erstligisten AS Rom, Atalanta Bergamo, Udinese Calcio sowie das Staatsfernsehen RAI, der Fußballverband, die Liga und das nationale olympische Komitee (CONI) wollen als Zivilkläger am Prozess teilnehmen und verlangen Entschädigungen von insgesamt rund 200 Millionen Euro.
Der Untersuchungsrichter wird am 25. Januar 2008 über die Eröffnung eines Verfahrens entscheiden. Mit dem Zivilprozess findet der größte Manipulationsskandal im italienischen Fußball seinen Abschluss. Vor dem Sportgericht des Fußballverbandes waren Moggi und seine Komplizen bereits im Sommer 2006 zu langen Berufsverboten und Geldstrafen verurteilt worden.
Den betroffenen Klubs kamen die Machenschaften ihrer Funktionäre teuer zu stehen: Juve wurde zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt, aus der der Klub 2007 aber den sofortigen Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse schaffte.
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