Scheichs wollen an Europas Spitze: Beckham, Kaka und Pato – Paris lockt mehr Stars
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 02.01.2012 - 14:35Düsseldorf (RPO). 40 Punkte aus 19 Ligaspielen ist nicht die klassische Ausbeute eines Trainers, der um seinen Job bangen muss. Paris St. Germain trennte sich dennoch von Antoine Kombouare. Der Gewinn der Herbstmeisterschaft war zu wenig, der Name des Trainers schlichtweg zu klein.
Sportlich erfolgreich, bei Fans und der Mannschaft gleichermaßen beliebt, all das konnte Kombouare, der 2010 mit PSG den Pokal gewann, nicht helfen. Immerhin darf sich der 48-Jährige mit einer Abfindung von 3,5 Millionen Euro trösten. Der Klub setzt indes lieber auf Carlo Ancelotti, der zuvor erfolgreich den AC Mailand und zuletzt den FC Chelsea trainierte – und auf neue Stars.
"Ich will Paris helfen"
"Ich will Paris helfen, ein großer Klub zu werden. Es geht künftig nicht darum, ob wir Erster oder Zweiter werden, sondern um Höheres. Wir werden alles daransetzen, nächste Saison Champions League zu spielen", sagte Ancelotti bei seiner Vorstellung.
Das Geld für die kostspieligen Neuerwerbungen stellt Qatar Sports Investment, kurz QSI, bereit. Die Scheichs gaben bereits im Sommer kurz nach der Übernahme den Startschuss für das Projekt "Champions-League-Sieg", investierten über 80 Millionen Euro in neue Beine, darunter Rekord-Transfer Javier Pastore (42 Millionen Euro). Lange werden sich die Investoren nicht damit begnügen, nur an der Champions League teilzunehmen.
Nun sollen mit dem Italiener Ancelotti weitere Stars an der Seine aufschlagen. Die Kandidatenliste für Sportdirektor Leonardo, der unter Ancelotti bei Milan spielte und ihn in San Siro als Trainer beerbte, ist lang und ausschließlich mit prominenten Namen versehen. Chelseas Didier Drogba und Florent Malouda sind dort ebenso vermerkt wie Alexandre Pato vom AC Mailand, der ehemalige Weltfußballer Kaka von Real Madrid, Carlos Tevez von Manchester City sowie David Beckham, der zuletzt für Los Angeles Galaxy auflief.
"Mit Beckham gibt es keinen Vollzug zu vermelden, selbst wenn wir über gute Kontakte zu ihm verfügen", sagte Leonardo bei der Präsentation Ancelottis. Französische Medien berichten jedoch, dass längst eine Einigung mit dem englischen Superstar erzielt wurde. Demnach soll der 36-Jährige, der 2009 bereits unter Ancelotti in Mailand spielte, noch in dieser Woche dem Pariser Publikum als Verstärkung vorgestellt werden.
Ancelottis alte Bekannte
Außer Tevez haben alle gehandelten Akteure bereits unter Ancelotti oder Leonardo gespielt. Der Trainer ist ein Förderer von Pato, formte Kaka einst zum Weltklassespieler, unter ihm glänzten auch die zuletzt formschwachen Drogba und Malouda an der Stamford Bridge. So sollte zumindest das sportliche Risiko minimiert sein, finanzielle Probleme sind den Franzosen sowieso fremd. Und im Sommer geht das große Stühlerücken vermutlich munter weiter, denn die Scheichs wollen schließlich immer neue, selbstverständlich noch größere Stars.
Die Entwicklung in Paris dürfte in eine ähnliche Richtung wie bei Manchester City gehen. Dort tummeln sich so viele Superstars, dass Trainer Roberto Mancini ohne Probleme mindestens zwei schlagkräftige Teams ins Rennen um die Meisterschaft in der Premier League schicken könnte. Folgerichtig liegt das Team an der Tabellenspitze, doch in der Champions League war bereits nach der Gruppenphase Schluss.
Geld erleichtert eben vieles, doch Erfolg lässt sich nicht garantieren. Davon kann auch der FC Chelsea mit Besitzer Roman Abramowitsch ein Liedchen singen. Der Milliardär versucht seit Jahren vergeblich, die "Königsklasse" zu gewinnen. Abzuwarten bleibt, ob der Atem der Investoren aus Katar ebenfalls so lang ist.
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