Manipulationsskandal in der Türkei: Calik entsetzt über angebliche Verhaftung
zuletzt aktualisiert: 05.07.2011 - 12:28Köln (RPO). Der frühere deutsche U21-Nationalspieler Serkan Calik hat mit Entsetzen auf internationale Medienberichte reagiert, die besagten, er sei im Zuge des Manipulationsskandals in der Türkei verhaftet worden.
"Ich saß bei meinen Eltern in Dinslaken auf der Couch und wurde dann angerufen, dass ich angeblich im Gefängnis sitze. Das stimmt natürlich nicht", sagte Calik, der in Deutschland geboren wurde, sich aber nach fünf Einsätzen in der deutschen U21-Auswahl für die Türkei entschied. Dort wurde er einmal in der A2-Nationalmannschaft eingesetzt.
"Habe nichts damit zu tun"
Er sei "zugleich schockiert und belustigt" gewesen, sagte der 25-Jährige. "Ich bin seit Wochen in Deutschland, verbringe hier meinen kompletten Urlaub und mache nach einer kleinen Operation am Fußgelenk in Duisburg in einem Rehazentrum meine Übungen."
Er habe "keinerlei Anrufe oder Schreiben" erhalten, die besagen, dass er sich wegen Manipulationsvorwürfen rechtfertigen müsse. "Da war gar nichts, nichts! Ich schwöre, dass ich damit nichts zu tun habe", sagte Calik dem SID.
"Wie ist das alles möglich?"
Sein Berater Konstantin Liolios versicherte, der Reha-Aufenthalt in der Sportklinik Duisburg sei in Absprache mit Caliks Klub Genclerbirligi erfolgt. "Er fragt sich: Wie ist das alles möglich?", sagte Liolios dem SID.
Calik erklärte, er habe nach Kenntnisnahme der Medienberichte "sofort unseren Sportdirektor angerufen. Auch der sagte: Wir wissen von nichts." Calik will nun einige Tage abwarten, dann "in die Türkei zurückkehren und Schritt für Schritt Maßnahmen ergreifen und für Aufklärung sorgen".
Spieler und Berater erwägen laut Auskunft von Liolios rechtliche Schritte gegen türkische Medien. "Da wurden Lügen verbreitet, man darf das nicht glauben", sagte Liolios.
Türkische Ermittler hatten am Sonntag bei einem frühmorgendlichen Großeinsatz Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim, weitere Mitglieder der Fenerbahce-Führung, Sivasspor-Chef Mecnun Odyakmaz, Trabzonspor-Vize Nevzat Sakar, den früheren Nationaltorhüter Serdar Kulbilge (MKE Ankaragücü), den in Berlin geborenen Eskisehirspor-Sportdirektor Ümit Karan und rund 40 weitere Personen festgenommen. Offen war auch nach der zweiten Verhaftungswelle am Montag, ob die Manipulationen im Zuge von Wettgeschäften oder zur Verschaffung sportlicher Vorteile stattgefunden haben sollen.
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