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Flugzeugabsturz in Kolumbien
Chapecoenses Torhüter droht Verlust beider Beine

Chapecoense: Jackson Follmann droht Verlust beider Beine
Jackson Follmann (Achivbild) hat den Absturz überlebt. Ihm musste jedoch ein Bein amputiert werden. Ob das zweite gerettet werden kann, ist noch unklar. FOTO: ap, AP
Düsseldorf. Die drei Fußballer, die nach dem Flugzeugunglück in Kolumbien gerettet werden konnten, kämpfen weiter um ihr Leben. Nach der Amputation des rechten Beines droht Reservetorhüter Jackson Follmann auch der Verlust des linken Beines.

Bei Teamkollegen Neto, der ein Schädel-Hirn-Trauma sowie mehrere offene Brüche erlitt, wollen die Ärzte 48 Stunden abwarten, um Entwarnung zu geben. Gleiches gilt für Alan Ruschel, der bereits an der Wirbelsäule operiert wurde.

Während auch der ebenfalls gerettete Journalist Rafael Henzel nach mehreren Rippenbrüchen mit durchbohrter Lunge weiter unter Beobachtung steht, kamen zwei Crew-Mitglieder der verunglückten bolivianischen Charter-Maschine mit leichteren Verletzungen davon und gaben bereits erste Interviews.

Dagegen sollen die 71 geborgenen Toten, darunter 19 Spieler, ein Großteil des Betreuerstabs sowie 20 mitreisende Journalisten, schon am Donnerstag nach Brasilien überführt werden, wo in Chapecó in der Arena Condá eine zentrale Trauerfeier geplant ist.

Klubs stellen kostenlos Spieler ab

Nach einer der schlimmsten Tragödien im Fußball zeigen Brasiliens Profiklubs Solidarität mit Chapecoense, dessen Großteil der Mannschaft und des Betreuerstabs am Montagabend beim Absturz einer Charter-Maschine auf dem Weg zum Finale der Copa Sudamericana ums Leben kam. In einer gemeinsam veröffentlichten Stellungnahme erklärten sich zunächst dreizehn Vereine bereit, für die kommende Saison kostenlos Spieler abzustellen. Laut Medienberichten will der französische Erstligist Paris St. Germain 40 Millionen Euro spenden.

Zudem wird formell ein Antrag beim Verband CBF gestellt, dass Chapecoense in den kommenden drei Spielzeiten nicht in die zweite Liga absteigen kann. Mit dieser "minimalsten Geste der Solidarität" wollen die Rivalen helfen, "die Institution und den Teil des brasilianischen Fußballs, der heute verloren ging, wiederaufzubauen".

Die Aktion fand auch im benachbarten Ausland Anklang. Der argentinische Verband AFA verkündete auf seiner Webseite, dass die ihm angehörigen Klubs ebenfalls Spieler abstellen wollen. Die gleiche Geste zeigt auch Club Libertad aus Paraguay.

Ein Interview mit dem in Brasilien geborenen deutschen Nationalspieler Paolo Rink, der selbst einmal für Chapecoense spielte und viele der Spieler aus der abgestürzten Maschine persönlich kannte, lesen Sie hier. 

(seeg/sid)
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