| 14.10 Uhr

Entscheidendes Tor im Pokalfinale
Podolski liefert beste Argumente für Löw

Fotos: Kölsche Jung, Stimmungskanone, Weltmeister
Fotos: Kölsche Jung, Stimmungskanone, Weltmeister FOTO: Screenshot Twitter
Istanbul. Lukas Podolski wuchtete den Pokal auf seinen rechten Oberschenkel, mit dem Zeigefinger deutete er immer wieder auf das Objekt der Begierde: "Wir haben es geschafft, wir sind die Besten", jubelte der Matchwinner nach dem Pokal-Triumph mit Galatasaray Istanbul und garnierte das obligatorische Facebook-Foto mit seinem gängigen Spitznamen in der Türkei: "Panzer".

Pokalsieger, bald erneut Papa und dann auch noch Held des Abends: Viel mehr Rückenwind hätte sich Podolski vor der Reise zur EM-Vorbereitung mit dem Nationalteam kaum wünschen können. "Mit so einem entscheidenden Tor im Rücken zu einem Turnier zu fahren, gibt einem einen persönlichen Motivationsschub", sagte Podolski, der beim 1:0 (1:0) gegen Fenerbahce in Antalya das Siegtor (30.) köpfte, der "Sport Bild".

Von der türkischen Presse wurde Podolski am Freitag entsprechend gefeiert. "Sowohl wegen seines Treffers als auch durch seine körperliche Präsenz war Podolski der entscheidende Spieler der Gelb-Roten", schrieb die Tageszeitung "Hürriyet": "Mit seinem Einsatz spielte der deutsche Star die wichtigste Rolle bei diesem Sieg."

18 Treffer in 44 Spielen

Für Galatasaray, in der Liga nur auf Rang sechs ins Ziel gekommen, war es der insgesamt 17. Cup-Erfolg und der dritte in Folge. Podolski erzielte im 44. Pflichtspiel seinen 18. Treffer. "Ich bin absolut zufrieden, was diese Zahlen betrifft", sagte der Weltmeister, der schon 2008 mit Bayern München und 2014 in England den nationalen "Pott" geholt hatte.

Als "Lu Lu Lu Lukas Podolski" wurde er dann auch von den Fans in Sprechchören gefeiert. Auf internationaler Bühne wird Galatasaray aber trotz des Pokalsieges nicht vertreten sein. Wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play der Europäischen Fußball-Union (Uefa) ist "Gala" für den nächsten internationalen Wettbewerb gesperrt, für den sich der Klub bis zur Saison 2017/18 qualifiziert.

Für Podolski ging es noch in der Nacht zurück nach Istanbul, für Montag ist die Ankunft beim DFB-Team geplant. Dort wird "Poldi" mit offenen Armen erwartet. "Wenn ich nicht von seiner Klasse überzeugt wäre, hätte ich Lukas sicherlich nicht nominiert", hatte Bundestrainer Joachim Löw schon vor dem Pokalsieg gesagt: "Er ist körperlich in einem hervorragenden Zustand und kann jederzeit ein Spiel entscheiden, weil er immer in der Lage ist, ein Tor zu erzielen."

Wie richtig Löw mit dieser Einschätzung lag, bewies Podolski am Donnerstag in Antalya. "Jogi weiß auch unabhängig davon, was er an mir hat", sagte Podolski nun: "Ich denke, das Tor ändert nicht komplett seine Meinung über mich." Dennoch: Schaden kann es nicht. Löw hatte zuletzt immer wieder betont, dass es für ihn wichtig sei, dass die Nationalspieler bei ihren Klubs regelmäßig spielen und – die Offensivspieler – auch Tore erzielen. Mario Gomez ist Torschützenkönig in der Türkei geworden, Podolski nun der Pokalheld. Löws "türkische Offensive" wird bei der EM also sehr wahrscheinlich im Kader stehen.

Und zwar nicht nur, weil Podolski abseits des Platzes den Ruf als Spaßvogel hat und ein wichtiger Bestandteil für den Zusammenhalt in der Mannschaft ist. Mit seinem linken Fuß kann er in jedem Spiel zuschlagen. Oder auch mit dem Kopf.

(seeg/sid)
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