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In Paris nur noch zweite Wahl
So spürt Draxler die Folgen des Neymar-Transfers

Fotos: Draxler – Jung-Star, Weltmeister, Millionen-Transfer
Fotos: Draxler – Jung-Star, Weltmeister, Millionen-Transfer FOTO: afp
Düsseldorf. Einen Mega-Transfer hat Paris St. Germain in diesem Sommer mit Neymar bereits getätigt, ein weiterer soll mit der Verpflichtung von Kylian Mbappé folgen. Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf Nationalspieler Julian Draxler. Von Daniel Brickwedde

Vier Spiele, vier Siege, 13 Tore und der Triumph im Ligapokal: Paris St. Germain ist fulminant in die neue Saison gestartet. Wirklich überraschend ist das allerdings nicht, schließlich mischt seit Sommer Neymar als neue Hauptattraktion bei den Franzosen mit – für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro. Seine Verpflichtung ist Ausdruck der neuen Ansprüche in Paris: Der Verein will endlich auch internationale Erfolge feiern – notfalls eben mit exorbitant hohen Transferausgaben. Nun soll auch noch Kylian Mbappé vom Ligakonkurrenten AS Monaco kommen. Das Sturmjuwel wäre der nächste Transfer, für den Paris mehr als 100 Millionen Euro ausgeben müsste.

Mittendrin in dieser Entwicklung, aber doch nicht dabei: Julian Draxler. Der deutsche Nationalspieler musste bislang zusehen, während seine Teamkollegen den Traumstart hinlegten. Auf lediglich fünf Minuten Spielzeit kommt Draxler in der aktuellen Saison. Zu wenig für seine Ansprüche. Das liegt zwar auch an seinem verspäteten Start in die Vorbereitung nach der Teilnahme am Confed Cup, gleichzeitig täuscht der Eindruck jedoch nicht: Im "neuen" PSG ist derzeit für ihn kein Platz. Seine Perspektiven: Die Rolle als Ergänzungsspieler oder ein Wechsel zu einem anderen Klub. Das nährt Spekulationen über einen Wechsel.

Paris will noch Spieler abgeben

Der FC Barcelona, Inter Mailand und einige Vereine aus der Premier League – in den Medien wurde Draxler bereits mit diversen Vereinen in Verbindung gebracht. Das britische Boulevardblatt "Sun" berichtete gar, dass Draxler bei Bayern München ein Thema sei und der deutsche Rekordmeister bereits ein konkretes Angebot in Höhe von 40 Millionen Euro Ablöse vorbereite. Konkretere Hinweise auf ein Interesse der Bayern gibt es allerdings nicht.

Klar bei PSG ist jedoch, dass einige Spieler aufgrund der horrenden Transferzahlungen in diesen Summer den Verein noch verlassen müssen. Gerade in der Offensive ist das Angebot groß: Derzeit kämpfen mit Neymar, Edinson Cavani,  Angel die Maria, Javier Pastore, Gonçalo Guedes sowie Draxler sechs Spieler um drei Plätze – plus möglicherweise noch Mbappé.

Berater dementiert jegliche Wechselspekulationen

"Jeder kennt seine persönliche Situation", erklärte Trainer Unai Emery jüngst zu dieser Thematik. Heißt, die Streichkandidaten in Paris wissen Bescheid. Aber gehört Draxler dazu? Laut Aussagen seines Beraters Roger Wittmann bei "Sport1" nicht: "Irgendjemand müsste beginnen, die Situation mit Julian anzusprechen. Aber wenn es so eine Situation gar nicht gibt, dann ist doch alles gesagt. Es gibt keine Anzeichen für einen Wechsel." Die Spekulationen reißen jedoch nicht ab. Neuestes Gerücht: Laut "L'Equipe" sollte er im Zuge eines Mbappé-Transfers zum AS Monaco gehen. Draxler lehnte jedoch ab.

Der 23-Jährige war erst im Winter für 40 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg in die französische Hauptstadt gewechselt und überzeugte auf Anhieb. In 25 Pflichtspielen erzielte er zehn Treffer und bereitete drei vor, auf dem linken Flügel hatte er einen Stammplatz sicher. Trainer Emery schätzt besonders seine Vielseitigkeit, unterstrich jüngst: "Er kann sowohl links als auch rechts und sogar in der Mitte spielen". Und tatsächlich deutet vieles auf einen Verbleib hin – trotz der aktuellen Situation.

Wahrscheinlicher scheint da ein Verkauf von Di Maria. Der Argentinier würde zum einen deutlich mehr Geld einbringen – und ist immerhin sechs Jahre älter als Draxler. Der FC Barcelona soll starkes Interesse haben. Für Draxler könnte indes zunächst nur die Rolle des Ergänzungsspielers bleiben. Eine Rolle, aus der er auch wachsen kann. Um einen Platz im Kader für die WM 2018 zu ergattern, muss Draxler aber vor allem eins: spielen.

 
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