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Flugzeugabsturz in Kolumbien
Treibstoffmangel und Stromausfall Grund für Unglück

Fans trauern im Stadion um tote Fußballer
Fans trauern im Stadion um tote Fußballer FOTO: dpa
Düsseldorf. Ausgegangener Treibstoff hat den Absturz des Flugzeugs mit der Delegation des brasilianischen Erstligisten Chapecoense verursacht. Das bestätigte erstmals offiziell die zivile Luftfahrtbehörde Kolumbiens am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz.

"Nach dem Eintreffen am Unglücksort und der Untersuchung der Wrackteile können wir festhalten, dass das Flugzeug keinen Treibstoff mehr hatte", versicherte der für die nationale Flugsicherheit zuständige Sekretär Freddy Bonilla.

Die Behörden wollen nun untersuchen, warum dem Flieger der Kraftstoff ausgegangen ist. Beim letzten Funkkontakt meldete der Pilot zudem totalen Stromausfall. Die beiden gefundenen Flugschreiber sind bereits auf dem Weg nach Großbritannien, wo Experten der British Aerospace als Hersteller der Avro-RJ-Maschine die Black Box auswerten sollen.

Bonilla hob hervor, dass das Flugzeug laut internationaler Normen genug Treibstoff mit sich führen muss, um den Zielflughafen zu erreichen, plus eine Reserve für weitere 30 Minuten Flug. "In diesem Fall verfügte die Maschine aber leider nicht über ausreichend Treibstoff", so der ranghohe Offizielle, der zudem bestätigte, dass dem Unglücksflieger nach dem ersten Notruf Landepriorität gegeben worden war, die Avro-RJ 85 aber nur wenige Minuten danach vom Radar verschwunden sei.

Mitglieder-Ansturm auf Chapecoense

Die weltweite Anteilnahme an der Flugzeugtragödie, der fast die gesamte Mannschaft von Chapecoense am Montagabend in Kolumbien zum Opfer fiel, hat zu einem wahren Ansturm auf die Vereinsmitgliedschaft des Klubs geführt. "In den letzten 24 Stunden wollten sich 13.000 neue Mitglieder anschließen, alle außerhalb von Chapecó", verkündete Interimspräsident Ivan Tozzo.

Bislang verzeichnet der Provinzklub gerade einmal 9000 Mitglieder, die meisten davon aus der rund 210.000 Einwohner zählenden Kleinstadt im Süden Brasiliens. Auch die Nachfrage nach den grünen Klubtrikots stieg weltweit an. Doch der Ausrüster (Umbro) hat bereits keine Hemden mehr auf Lager und bat auf Facebook um Geduld, da für eine gesteigerte Produktion erst Rücksprache mit Chapecoense gehalten werden müsse.

(seeg/sid)
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