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Konflikt erreicht den Fußball
Hotel verweigert Klub aus Kurdenhochburg Übernachtung

Düsseldorf: Kurden demonstrieren in der Innenstadt
Düsseldorf: Kurden demonstrieren in der Innenstadt FOTO: Daniel Bothe
Istanbul. Der Kurdenkonflikt in der Türkei greift zunehmend auf den Sport über. Hoteliers in der zentralanatolischen Stadt Sivas hätten dem Fußballteam des Drittligisten Amedspor aus der Kurden-Metropole Diyarbakir bei dessen Auswärtsspiel die Übernachtung verweigert, sagte der Vereins-Vizechef Ali Karakas am Dienstag dem Fernsehsender IMC TV.

Alle Hotels in Sivas hätten die Reservierungen storniert, nachdem sie den Namen des Vereins gehört hätten. Kritiker unterstellen dem Verein und seinen Anhängern, sich nicht ausreichend von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu distanzieren.

Türkische Medien berichteten unter Berufung auf Fans, das Team sei schließlich in einem rund 35 Kilometer entfernten Hotel untergekommen. Zuletzt war der Verein vom Fußballverband TFF wegen "ideologischer Propaganda" mit Disziplinarmaßnahmen belegt worden.
Die Zuschauer hatten mit dem Slogan "Kinder sollen nicht sterben, sondern zum Spiel kommen" gegen die Ausgangssperren im Südosten der Türkei protestiert. Sivas Belediyespor gewann das Drittligaspiel gegen Amedspor am Dienstag 2:0.

Der frühere Bundesliga-Profi Deniz Naki von Amedspor war zuletzt wegen angeblicher "ideologischer Propaganda" und "unsportlichen Äußerungen" für zwölf Spiele gesperrt worden.

(seeg/dpa)
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