| 19.40 Uhr

Keine Bezahlung, miserable Bedingungen
Klub aus Laos beutet junge Afrikaner aus

Düsseldorf. Nach Berichten über Zwangsrekrutierungen minderjähriger Fußballer aus Afrika hat der Fußballverband von Laos eine Untersuchung angekündigt.

"Wir haben Vertreter vor Ort geschickt, um den Vorwürfen nachzugehen und mit den Spielern zu sprechen", sagte Verbandschef Xaybandith Rasphone am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Nach einem Bericht des britischen Senders BBC waren die Jugendlichen für die Fußballschule des laotischen Erstligisten Champasak United aus Pakse angeworben worden, wo sie ohne Bezahlung und unter miserablen Bedingungen spielen mussten.

17 der 23 minderjährigen Spieler sind laut BBC vor drei Monaten wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, nachdem der Weltverband Fifa Wind von der Affäre bekommen hatte. Die restlichen sechs wollten demnach aber bleiben.

Einer der Rückkehrer, der 14-jährige Liberianer Kesselly Kamera, beschrieb dem britischen Sender, wie er mit 29 weiteren Jungen auf Matratzen auf dem Boden in einem Zimmer schlafen musste. Bezahlt wurde ihm demnach allen Versprechungen zufolge nichts. Laut BBC plante Champasak United offenbar, die jungen Spieler später an andere Vereine zu verkaufen.

Ein führender Vertreter des Klubs wies die Vorwürfe zurück. Ziel des Programms sei es, "den Afrikanern zu helfen", sagte Ponsawan Siwawong der Nachrichtenagentur AFP. Die jungen Fußballer hätten die Chance, von einem internationalen Trainer ausgebildet zu werden, sie erhielten freie Kost und Logis sowie 100 Dollar monatlich, sagte er weiter. Nach seinen Angaben waren alle afrikanischen Spieler "zwischen 17 und 20 Jahre" alt – laut BBC untersagt die Fifa den Transfer von unter 18-Jährigen an eine Fußballschule oder einen Verein im Ausland.

Viele afrikanische Fußballer spielen für südostasiatische Klubs, die auf diese Weise für wenig Geld ihr Niveau anheben. Doch kommt es immer wieder vor, dass die Afrikaner Opfer skrupelloser Agenten werden oder nach Auslaufen ihres Vertrags völlig mittellos dastehen.

(AFP)
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