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Paris St. Germain
Kein Erfolg trotz üppiger Katar-Millionen

Paris St. Germain: Große Erfolge bleiben trotz üppiger Katar-Millionen aus
International schafft Paris mit Julian Draxler nicht den Durchbruch. FOTO: rtr, GFM
Paris. Seit der Übernahme von Paris St. Germain durch Katar im Jahr 2011 wollen die Eigentümer mit Macht und Geld die Champions League gewinnen. Bislang scheiterte der Klub regelmäßig – und sorgte für diskutable Personalentscheidungen. 

Zuletzt war es still um Nasser Al-Khelaifi geworden. Nun tauchte der katarische Präsident von Paris St. Germain mal wieder in der Öffentlichkeit auf. Der Klub-Chef des französischen Fußball-Pokalsiegers, gleichzeitig Arbeitgeber der Confed-Cup-Gewinner Julian Draxler und Kevin Trapp, ließ sich Anfang der Woche zusammen mit Mittelfeldstar Thiago Motta, der seinen Vertrag bis 2018 verlängerte und sich im PSG-Trikot mit der Nummer 2018 präsentierte, ablichten.

Einen Tag zuvor hatte PSG Timothy Weah (17), Sohn der liberianischen Fußball-Ikone George Weah, bis 2020 mit einem Profi-Vertrag ausgestattet. PSG ein Ausbildungsverein? Das mitnichten, aber der Name Weah - George war immerhin Weltfußballer 1995 - strahlt ein wenig Glanz aus. Das kann PSG gut gebrauchen.

Regelmäßige Scheitern auf der Europacup-Bühne

Aber unter dem Strich bleibt der Eindruck, dass Al-Khelaifi kleinere Brötchen backen muss. Eigentlich war er angetreten, mit dem französischen Hauptstadtklub die Fußball-Welt aus den Angeln zu heben.

Doch unter dem Strich steht das regelmäßige Scheitern auf der Europacup-Bühne. Besonders bitter war zuletzt die Demütigung durch den FC Barcelona in der Champions League nach einem 4:0-Hinspielsieg durch eine 1:6-Pleite im Rückspiel. Und die Superstars kommen auch nicht mehr so zahlreich wie früher an die Seine.

Als Katar 2011 Eigentümer des Hauptstadtvereins wurde, verkündete der neue Präsident Al- Khelaifi, bis 2016 die Champions League gewinnen zu wollen. Das war ein wenig zu großspurig, und Torgarant Ibrahimovic (156 Treffer) hat deshalb dem Verein bereits den Rücken gekehrt.

700 Millionen Euro in Spielerkäufe

Jetzt will ihm Marco Verratti folgen, 100 Millionen Euro Ablöse sind im Gespräch. Der Mittelfeldspieler, im Verein seit 2012 und unter Vertrag bis 2021, hat die Nase voll von leeren Versprechungen. Nationale Titel sind kein Ersatz für die großen Europacup-Trophäen.

Katar investierte direkt oder via Sponsoren über 700 Millionen Euro in Spielerkäufe (ohne Gehälter). Und nahm nur 126 Millionen ein. Geldmangel ist also nicht, sondern schlichtweg das fehlende Renommee. Wenn Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester United, Manchester City oder Bayern München winken, geht die Lichterstadt an der Seine trotz katarischer Millionen immer häufiger leer aus.

Noch hat sich die zugespitzte politische Lage für den WM-Gastgeber 2022 nicht auf PSG ausgewirkt. Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, weil sie dem Emirat die Unterstützung von Terror-Organisationen vorwerfen.

Erfolgloses Bemühen um Kylian Mbappé 

Die Personalentscheidungen bei PSG waren allerdings zumindest diskutabel. Vor einem Jahr Ex-Nationaltrainer Laurent Blanc, der acht Spieltage vor Schluss schon Meister war, zu entlassen, erwies sich als Fehler. Nachfolger Unai Emery - zuvor Dauer-Europa-League-Gewinner mit dem FC Sevilla - wurde 2016/17 hinter AS Monaco nur Vizemeister. Al-Khelaifi sprach dem Fußballlehrer demonstrativ das Vertrauen aus: "Sein Job ist zu 200 Prozent sicher." Die Sonne soll wieder scheinen über Paris und die Monegassen als französischer Meister wieder abgelöst werden.

Die Katarer bauen auf eine Multi-Kulti-Truppe. 35 Spieler stehen derzeit im Aufgebot von PSG, davon 14 aus dem Ausland. Bezeichnend ist aber: PSG bemühte sich bislang vergeblich um den 18 Jahre alten Shootingstar Kylian Mbappé (AS Monaco), den neuen Stern am französischen Fußball-Himmel.

(sid)
 
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