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Zweite amerikanische Liga
Der letzte Vorhang für Raul fällt auf Long Island

Raul schenkt sich selbst ein Endspiel zum Abschied
Raul schenkt sich selbst ein Endspiel zum Abschied FOTO: afp, kb/dec
New York/München. Eine große Karriere geht zu Ende: Raul Gonzalez Blanco, kurz: Raul, bestreitet am Sonntag sein letztes Spiel.

Der äußere Rahmen ... nun ja. Raul Gonzalez Blanco, weithin bekannt als Raul, hat dereinst das Estadio Santiago Bernabeu verzaubert, er war zeitweilig auch in der Arena auf Schalke heimisch - aber das James M. Shuart Stadium in Hampstead auf Long Island im Bundesstaat New York gehört nun wirklich nicht zu den großen Bühnen dieser Welt. Und doch: Raul, einer der Großen des Fußballs, gibt dort am Sonntag seine Abschiedsvorstellung.

Mitte Oktober hatte Raul bereits angekündigt, dass der es nach dem letzten Spiel dieser Saison gut sein lassen wolle. "Die Entscheidung zurückzutreten war keine einfache, aber ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt", sagte der schon 38 Jahre alte Spanier damals. Immerhin: Sein letztes Spiel ist ein Endspiel, mit Cosmos New York trifft er im Kampf um den Titel der zweitklassigen North American Soccer League (NASL) auf den kanadischen Klub Ottawa Fury FC.

Sein letztes Jahr, sein letztes Spiel - alles ist etwa zwei Nummern kleiner als es im Verlauf der Karriere war. Bei Real Madrid, wohin er 1992 vom Stadtrivalen Atletico nach der Auflösung dessen Jugendabteilung wechselte, wurde er zu einer Ikone. Dreimal gewann er die Champions League mit den Königlichen, sechsmal die Meisterschaft, ehe er 2010 völlig überraschend für zwei Jahre nach Schalke ging (66 Spiele/28 Tore). Es folgten zwei Jahre bei al-Sadd Sport Club/Katar.

Das Interesse am Abschied ist nun groß - das Spiel wird sogar in Spanien live übertragen: Gut, Raul hat ja auch 102 A-Länderspiele für Spanien (44 Tore) und 550 Ligaspiele (323 Tore) für Real Madrid bestritten, darüber hinaus 144 Spiele in der Champions League (davon 12 für Schalke, 71 Tore/davon 5 für Schalke). Seine Abschied hat er sich in der jetzigen Form selbst ermöglicht: Raul erzielte vergangene Woche im Halbfinale den Siegtreffer gegen Fort Lauderdale (2:1).

Lobhudeleien zum Rücktritt

Die großen Lobhudeleien für Raul gab es bereits bei der Ankündigung des Rücktritts Mitte Oktober, und es waren in der Tat nur Lobhudeleien. Alle hoben dabei seinen Charkter hervor, seine Einstellung, seine Qualitäten als Teamplayer. "Du bist der Senor, der als spielerische Größe und Superstar ein Stück Glanz nach Schalke gebracht hat. Wir verlieren ein Gesicht, das unser Image geprägt hat", sagte einst Klubboss Clemens Tönnies beim Abschied aus Schalke.

Wieso Raul im Oktober des vergangenen Jahres nach New York kam, ist ein Geheimnis geblieben, was er demnächst tun wird, bleibt es vorerst. "In den nächsten Monaten werde ich über meine nächsten Karriere-Schritte entscheiden", gab er im Oktober zu verstehen. Geplant war und ist, dass Raul eine Akadamie für Cosmos aufbaut. Auch eine Rückkehr nach Madrid hat er nicht ausgeschlossen. Ehefrau Mamen sowie den fünf Kindern soll es in New York allerdings gut gefallen.

Bei Cosmos jedenfalls hoffen sie, dass Raul am Sonntag erst mal noch zum Titelgewinn beiträgt. Der Klub hat große Pläne, und Manager Eric Stover glaubt, das ein Endspielsieg Cosmos dabei helfen wird, ein eigenes Stadion zu bauen. In Belmont Park im New Yorker Stadtteil Queens, 400 Millionen Dollar teuer, Platz für 25.000 Zuschauer.

(areh/sid)
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