| 13.28 Uhr

Vorstellung in China
Große Bühne für Roger Schmidt

Nach drei Jahren bei Bayer Leverkusen hat Roger Schmidt seine Arbeit beim chinesischen Erstligisten Beijing Guoan aufgenommen. Seine offizielle Vorstellung geriet zu einer kleinen Show.

Fernöstliche Fanfare, riesiger Pappaufsteller mit seinem Konterfei, spontaner Applaus: Roger Schmidt kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Als dem früheren Leverkusen-Trainer auf dem Höhepunkt der kleinen Zeremonie dann auch noch ein quietschgrüner Schal mit dem Wappen seines neuen Klubs Beijing Guoan umgelegt wurde, fühlte er sich endgültig angekommen.

"Letztendlich haben mich die Menschen überzeugt", sagte Schmidt – blaues Sakko, weißes Hemd, fescher Kurzhaarschnitt – bei seiner offiziellen Vorstellung im Reich der Mitte und traf auf Anhieb den Nerv der Gastgeber: "Ich möchte Teil der Sache hier in China sein."

Seinen Job beim chinesischen Erstligisten beschrieb er als "eine große Herausforderung", sagte Schmidt und versprach mit der Mannschaft "sehr hart" zu arbeiten. Wenig später ging es begleitet von zahlreichen Kamerateams zur ersten Trainingseinheit auf den Platz. Vier Monate nach seiner Entlassung bei Bayer Leverkusen beginnt für Schmidt in der Super League ein neues Kapitel. Vertragsdauer: Zweieinhalb Jahre.

Schmidt der zweite deutsche Trainer in Fernost

Der Klub bezeichnete den 50-Jährigen als "ein hervorstechendes Beispiel für aufstrebende deutsche Trainer. Für seinen Pressing-Stil, den er bei Red Bull Salzburg und Bayer Leverkusen hat spielen lassen, bekam er weltweite Anerkennung", hieß es in einem Statement. Schmidt ist nach Ex-Meister-Trainer Felix Magath der zweite prominente deutsche Trainer, der dem Lockruf des Geldes aus Fernost folgte. Magath soll bei Shandong Luneng mehr als drei Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Die chinesische Liga boomt. Dank zahlungskräftiger Investoren werden im Riesen-Reich astronomische Ablösesummen und Gehälter gezahlt. Summen, bei denen auch Kölns Torjäger Anthony Modeste und BVB-Starstürmer Pierre-Emerick Aubameyang ins Grübeln kommen. Brasiliens Mittelfeldstar Oscar wechselte im Winter vom FC Chelsea nach China und gilt mit 60 Millionen Euro als Rekordtransfer – noch. Meister Guangzhou Evergrande wird von keinem Geringeren als dem brasilianischen 2002-Weltmeistertrainer Luiz Felipe Scolari trainiert.

Schmidt trifft bei seinem Klub Peking auf den brasilianischen Mittelfeldregisseur Renato Augusto, früher ebenfalls in Leverkusen unter Vertrag, sowie Ex-Galatasaray-Stürmer Burak Yilmaz und Jonatan Soriano, der im Winter von Red Bull Salzburg gekommen war.

Gut möglich, dass der Coach demnächst auch einen alten Bekannten aus der Bundesliga begrüßt. Die Gerüchte um einen Wechsel von Mittelfeldspieler Kevin Kampl, der bei Bayer von Schmidt stark gefördert wurde, halten sich hartnäckig.

Schmidts langjähriger Chef Rudi Völler wünschte seinem Ex-Trainer bei seinem China-Abenteuer viel Glück. "Roger hatte auch andere Angebote. Die hatte er sich absolut verdient. Er nimmt sich jetzt mal eine Auszeit in China", sagte Bayer-Sportchef Völler zuletzt der Sport Bild: "Ich denke jedoch, dass er danach wieder in eine europäische Liga zurückkehrt."

(sid)
 
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