Copa America: Argentinien ruft nach Diego Maradona
zuletzt aktualisiert: 07.07.2011 - 11:51Santa Fe (RPO). Argentiniens Fußball-Nationalelf kommt bei der Copa America im eigenen Land nicht von der Stelle. Das 0:0 gegen Kolumbien war bereits das zweite Remis für den Turniergastgeber. Dabei hatte der Gegner noch die besseren Torchancen.
Pfiffe, wüste Beschimpfungen - und laute Rufe nach Diego Maradona: Die Fans des Copa-America-Gastgebers Argentinien sind nach dem 0:0 gegen Kolumbien mit ihrer Geduld am Ende. Das Turnier kommt nicht in Schwung, weil der zweimalige Weltmeister um den Weltfußballer Lionel Messi erschreckend schwach auftritt.
"Ole, ole, ole. Diego, Diego"
Schon zehn Minuten vor dem Abpfiff waren die Rufe nicht mehr zu überhören. "Ole, ole, ole. Diego, Diego" schallte es durch das mit 30.000 Zuschauern gefüllte Stadion von Santa Fe, das seinen Ruf als "Friedhof der Elefanten" zurecht trägt. "Das war nicht das, war wir trainiert haben", gestand dann auch kleinlaut Maradonas Nachfolger Sergio Batista, der feststellen musste: "Gegen Costa Rica ist es nun ein Endspiel."
Argentinien geht mit zwei Punkten in den Vorrundenabschluss am Montag gegen die Mittelamerikaner (0 Punkte), die zuvor am Donnerstag ihr zweites Gruppenspiel gegen Bolivien (1) austragen mussten. Dagegen machten die Kolumbianer mit nun vier Punkten einen großen Schritt Richtung Viertelfinale.
Und der hätte noch größer ausfallen können, wären die Stürmer der "Cafeteros" nicht so fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen. Im Mittelpunkt stand dabei Adrian Ramos vom Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC Berlin, der zunächst frei vor dem Tor vergab (19.) und dann elfmeterreif gefoult wurde (25.). Der brasilianische Schiedsrichter Salvio Fagundes ließ jedoch Vorteil laufen, aber Dayro Moreno schoss den Ball neben das leere Tor.
Messi bleibt blass
Auf der Gegenseite blitzte bei Messi nur einmal ein Schuss Genialität auf, als er einen Traumpass auf Ezequiel Lavezzi spielte (33.), der aber am Torhüter der Kolumbianer scheiterte. Viel mehr kam vom Star des FC Barcelona, der im nur 170 Kilometer entfernten Rosario geboren ist, an diesem frostigen Abend nicht mehr.
Am Freitag geht die Copa mit einem Doppelspieltag der Gruppe C in Mendoza weiter. Auftaktsieger Chile (3 Punkte) will gegen Uruguay (1) den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale perfekt machen. "Wir sind aber jetzt nicht die Favoriten", sagte Arturo Vidal von Bayer Leverkusen nach seinem Siegtor beim 2:1 gegen Mexiko.
Peru (1) hofft gegen die Mexikaner (0) auf den ersten Turniersieg. "Wir sind hierher gekommen, um sechs Spiele zu spielen. Vom Finale zu träumen, kostet ja nichts", sagte der Hamburger Paolo Guerrero, der beim 1:1 gegen die "Urus" den Führungstreffer erzielt hatte.
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