| 18.54 Uhr

Gehalt offengelegt
Blatter kassierte 3,32 Millionen Euro im Jahr

Die Fifa und ihre Figuren im Korruptionssumpf
Die Fifa und ihre Figuren im Korruptionssumpf
Zürich. Joseph Blatter hat im letzten vollen Kalenderjahr seiner Präsidentschaft insgesamt 3,32 Millionen Euro (3,634 Millionen Schweizer Franken) von der Fifa kassiert. Dieses Gehalt des früheren Chefs inklusive variabler Komponenten für 2015 gab der Fußball-Weltverband am Donnerstag bei der Präsentation seines Finanzberichts bekannt.

Mit der zuletzt beschlossenen Statuten-Änderung wird die Veröffentlichung für Blatters Nachfolger Gianni Infantino künftig zur Regel. Der für sechs Jahre gesperrte Blatter hatte aus seinem Salär stets ein großes Geheimnis gemacht. Der inzwischen entlassene Generalsekretär Jerome Valcke bekam 2015 1,94 Millionen Euro. Die Mitglieder des Exekutivkomitees erhalten eine jährliche Kompensation von 270.000 Euro (300.000 US-Dollar).

Mit der Millionen-Entlohnung lagen Blatter und Valcke beispielsweise deutlich über Thomas Bach, der als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees eine Kompensation von 225.000 Euro für seine per Statuten ehrenamtliche Tätigkeit erhält.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird Infantino als Fifa-Präsident künftig weniger verdienen als sein eigener Generalsekretär. Der noch nicht benannte Top-Manager wird zum bestbezahlten Vertreter des Weltverbandes werden.

Fifa meldet Millionenverlust

Der Fußball-Weltverband hat im Zuge des Korruptionsskandals erstmals seit 13 Jahren wieder einen Verlust eingefahren. Die Fifa hat im Jahr 2015 insgesamt 110 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Fifa-Rücklagen "schrumpften" auf 1,21 Milliarden Euro. Das gab die Fifa nach dem ersten Tag der Exekutivkomitee-Sitzung am Donnerstag in Zürich bekannt.

Für das Ergebnis machte der Verband unter anderem "unvorhergesehene Kosten" wie Anwaltsgebühren und Kosten für außerplanmäßige Treffen verantwortlich. 

"Ich glaube, dass wir mit den verabschiedeten Reformen die Kurve bekommen haben und dass die Fifa künftig stärker als je zuvor dastehen wird", sagte Infantino: "Ich verspreche, dass ich dieses Ziel während meiner Präsidentschaft erreichen werde. Ich will die Fifa in eine bessere und nachhaltigere Zukunft führen, damit wir alle dahin zurückkommen, uns ganz auf den Fußball zu konzentrieren." 

Ob es am Ende zu dem positiven Ergebnis in Höhe von 90 Millionen Euro kommen wird, entscheidet sich nicht zuletzt in den USA. Dort sollen die kriminellen Ex-Funktionäre zur Kasse gebeten werden. Der Weltverband erhofft sich Schadenersatz in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro.

"Die Fifa fordert das Geld zurück und wir sind entschlossen, es zu bekommen - ganz egal, wie lange es dauern wird", sagte Infantino über die Schadenersatz-Forderung, die der Weltverband am Mittwoch an die US-Justizbehörden übermittelt hat. In ihrem Schreiben beruft sich die Fifa auf ihr Recht als Opfer-Organisation, die jahrzehntelang unter den Machenschaften der Täter gelitten habe.

Angeklagt sind in den USA 41 Personen. Das Recht auf Schadenersatz hat der Weltverband bei denen, die sich bereits schuldig bekannt haben, dies noch tun oder rechtskräftig verurteilt sind. 171 Millionen Euro sind bislang als Strafzahlungen von den Ex-Funktionären an die US-Justiz geleistet wurden, 90 Millionen Euro liegen auf eingefrorenen Konten - Geld, das die FIFA nun zumindest in Teilen einfordert. Blatter (80), der in der Schweiz bislang nur angezeigt ist, ist (noch) nicht Teil des Verfahrens.

Zuletzt war der Fußball für den Weltverband noch eine Goldgrube gewesen. Von 2011 bis 2014 hat die Fifa einen Gewinn von umgerechnet 313,4 Millionen Euro erzielt. Für die vorherige Haushaltsperiode von 2007 bis 2010 waren es sogar 585 Millionen Euro.

(old/dpa)
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