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Copa America
"Löwe" Zambrano gegen Neymars Geniestreich machtlos

Brasilien feiert Last-Minute-Sieg über Peru
Brasilien feiert Last-Minute-Sieg über Peru FOTO: dpa, apc cs
Temuco/Rancagua. Barcelona-Star Neymar war Brasiliens Matchwinner beim 2:1 gegen Peru. Dagegen legte Mitfavorit Kolumbien einen Fehlstart bei der Copa America hin.

Er brüllte, biss, kratzte und ließ sich am Ende nur von Neymar zähmen: Daheim nennen sie Carlos Zambrano ehrfurchtsvoll "Leon", den Löwen. Und der Innenverteidiger von Bundesligist Eintracht Frankfurt machte beim 1:2 (1:1) Perus gegen den Copa-America-Mitfavoriten Brasilien seinem Namen alle Ehre. Bis auch er in der Nachspielzeit gegen die Genialität des Selecao-Stars kein Mittel mehr fand.

"Wir haben es nicht verdient zu verlieren", twitterte Zambrano enttäuscht nur wenige Minuten nach der Vorrundenbegegnung des südamerikanischen Nationencups in Chile. Aber so sei Fußball. "Aufstehen und weiterkämpfen", forderte der 25-Jährige, dem Neymar nach dem Abpfiff höchstpersönlich hinterherlief, um ihm als Trostpreis und Anerkennung für seine Bravour-Leistung das kanariengelbe Trikot mit Nummer 10 zu überreichen.

Im acht Grad kalten und verregneten Temuco sahen 16.342 Zuschauer einen dürftigen Aufritt der Brasilianer und zwei Geniestreiche Neymars, der zunächst mit seinem Kopfballtor in der fünften Minute die frühe Führung der Peruaner durch Christian Cueva (3.) ausglich und dann mit einem Zuckerpass in der Nachspielzeit zum 2:1 durch Douglas Costa entscheidenden Anteil am elften Sieg im elften Spiel in der Nach-WM-Ära unter Nationaltrainer Dunga hatte.

"Ich will hier weiter Bestmarken setzen, meinem Team mit Toren, Pässen oder sonst wie helfen", erklärte der Stürmer des Champions-League-Siegers FC Barcelona, der mit nun 44 Treffern in 63 Länderspielen alleinige Nummer fünf in der Selecao-Torjägerliste ist. Der Rekord-Weltmeister, bei dem der eingewechselte Hoffenheimer Roberto Firmino ab der 75. Minute neuen Schwung brachte, ist nach der WM-Blamage vor einem Jahr weiter auf Wiedergutmachungs-Kurs.

Geheimfavorit Kolumbien stolpert über Venezuela FOTO: afp, mvd

Am Mittwoch kommt es in der Gruppe C zur Neuauflage des WM-Viertelfinales gegen Kolumbien, das nach dem 0:1 (0:0) gegen Venezuela unter Zugzwang steht. Statt der "Cafetero"-Stars James Rodriguez, WM-Torschützenkönig vor einem Jahr, oder Radamel Falcao von Manchester United wurde Jose Salomon Rondon (Zenit St. Petersburg) nach dem Siegtor in der 60. Minute zum Spieler des Tages ausgezeichnet.

Ebenso wie Brasilien können die "Vinotintos", angeführt vom früheren Mönchengladbacher Juan Arango, nun am Donnerstag gegen Peru, bei dem der Schalker Jefferson Farfan und Yordy Reyna vom Zweitligisten RB Leipzig am Sonntag ebenfalls zum Einsatz kamen, mit einem Sieg den Einzug in die Runde der letzten Acht vorzeitig perfekt machen.

Zuvor richten sich bei der Fiesta Latina alle Augen auf den "Clasico del Rio de la Plata" zwischen Titelverteiger Uruguay und Vize-Weltmeister Argentinien am Dienstag in La Serena. Lionel Messi und Co. stehen nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Paraguay unter Zugzwang. Auch aufgrund des schlechten Omens, da es bei den bisherigen 14 Copa-Titeln immer einen Sieg in Spiel eins gab. Die "Urus", mit 15 Triumphen Rekord-Champion, geben sich dagegen nach dem 1:0 gegen Jamaika entspannt.

Aus den drei Vorrundengruppen stoßen jeweils die beiden Gruppenersten sowie die zwei besten Gruppendritten ins Viertelfinale vor. Dorthin wollen auch die vom früheren Bundesligaspieler und -trainer Winfried Schäfer betreuten Reggae Boyz aus Jamaika. "Wir sind das Aschenputtel von einer kleinen Insel, das keine 100.000 Spieler wie ein Argentinien oder andere Länder hat", bemerkte der 65-Jährige vor dem zweiten Auftritt am Dienstag gegen Paraguay, das wieder auf seine Bundesligakräfte Nelson Valdez (Frankfurt) und Raul Bobadilla (Augsburg) setzt.

(sid)
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