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Chilene Jara sorgt für Skandal
Uruguays Cavani wird übel belästigt und fliegt vom Platz

Copa: Chilene Jara spielt Uruguays Cavani am Gesäß herum
Copa: Chilene Jara spielt Uruguays Cavani am Gesäß herum FOTO: Screenshot Twitter
Santiago de Chile. Gastgeber Chile waren gegen Uruguay alle Mittel Recht, um ins Halbfinale der Copa America einzuziehen. Nach dem 1:0 in einer hitzigen Partie ereifert sich Südamerika über eine skandalöse Szene in der 62. Minute. Von Jannik Sorgatz

Am Jahrestag der Beißattacke von Uruguays Stürmer Luis Suarez gegen Italiens Giorgio Chiellini bei der WM 2014 hat sich Gonzalo Jara mächtig ins Zeug gelegt, um einen ähnlich hohen Wert auf der Skandal-Skala zu erreichen. 0:0 stand es im Viertelfinale der Copa America zwischen seinen Chilenen und Uruguay, als sich Jara nach gut einer Stunde seinem bereits verwarnten Gegenspieler Edinson Cavani näherte.

Mit dem Mittelfinger der rechten Hand berührte Jara den Uruguayer so ausgiebig an der Gesäßöffnung, dass bei Twitter ohne Ironie von "sexueller Belästigung" die Rede ist. Doch die Pointe ließ noch auf sich warten: Der empörte Cavani suchte Blickkontakt mit Schiedsrichter Sandro Ricci aus Brasilien, für Jara gab es eine kleine Ohrfeige, woraufhin der Verteidiger theatralisch zu Boden ging. Nein, auch das ist noch nicht die Pointe, die kommt jetzt: Ricci stellte Cavani mit Gelb-Rot vom Platz.

Hier die Skandal-Szene im Video:

Cavanis Einsatz hatte zuvor auf der Kippe gestanden, nachdem sein Vater in Uruguay verhaftet worden war. Der war in einen Verkehrsunfall mit Todesfolge involviert. Cavani soll darüber nachgedacht haben, kurzfristig nach Hause zu reisen, um seinem Vater beizustehen. Dann entschied er sich doch, in Santiago de Chile aufzulaufen.

In der 81. Minute gelang Mauricio Isla der vielumjubelte Siegtreffer für die Copa-Gastgeber. Kurz vor Schluss sah Uruguays Jorge Fucile noch einen Platzverweis wegen Reklamierens, Trainer Oscar Tabarez musste auf die Tribüne. Auf dem Platz kam es zu chaotischen Szenen. "Es ist immer das Gleiche mit Uruguay", sagte der chilenische Stürmer Alexis Sanchez. "Sie wollen streiten, sie wollen diskutieren." Mit der Diagnose liegt er nicht grundsätzlich falsch. Der zweifelhafte König der Provokation kam jedoch aus Chile und heißt Gonzalo Jara. Ihm droht eine nachträgliche Sperre.

Gastgeber Chile sorgt bei diesem Turnier zuverlässig für Skandale. Vor einer Woche war Topstar Arturo Vidal nach einem Unfall unter Alkoholeinfluss zwischenzeitlich festgenommen worden.

 

 

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