Sie kommen als Talente nach Deutschland, machen sich in Europa einen Namen und wechseln dann zu den großen Klubs nach Italien, Spanien oder England. Diese Fußballer nutzten die Bundesliga als Sprungbrett.
Foto: dpa, Lindsey Parnaby
Nach Stationen in seiner Heimat Frankreich und Belgien kam Demba Ba 2007 zu 1899 Hoffenheim, um mit dem Klub aus dem Kraichgau von der 2. Liga bis zur Herbstmeisterschaft in der Bundesliga durchzumarschieren. 2011 wagte er den Sprung in die englische Premier League: erst zu West Ham United, dann zu Newcastle United.
Der Durchbruch gelang Papiss Demba Cisse (links) mit 37 Treffern in 65 Spielen beim SC Freiburg in der Bundesliga. Im Januar 2011 wechselte der Senegalese zu Demba Ba (im Bild rechts) in die Premier League zu Newcastle United - und erzielte direkt in seinem ersten Spiel den 2:1-Siegtreffer gegen Aston Villa.
Brasilianer haben bei Bayer Leverkusen Tradition. Emerson kam 1997 fürs defensive Mittelfeld und machte seine Aufgabe so gut, dass er im Jahr 2000 für die damalige Bundesliga-Rekordablöse von 36 Millionen Mark zum AS Rom wechselte. Später spielte der Brasilianer auch für Juventus Turin, Real Madrid und den AC Mailand.
Er war der Rekordeinkauf eines Bundesligisten: In der Winterpause 2000/2001 wechselte Tomas Rosicky von Sparta Prag zu Borussia Dortmund und wurde in viereinhalb Jahren einmal Deutscher Meister. Nach der WM 2006 ging er zum Champions-League-Finalisten Arsenal London.
Er war erst 17, als er aus seiner Heimat Paraguay auszog, um in Europa Karriere zu machen. Die erste Station von Roque Santa Cruz war der FC Bayern München. Der Rekordmeister sollte eine, wenn auch acht Jahre lange, Zwischenstation sein. Bei den Blackburn Rovers in England wurde er zu einem der Stars der Premier League, ging zu Manchester City und anschließend zu Betis Sevilla nach Spanien.
Zehn Jahre spielte Philipp Degen für den FC Basel, bevor er sich 2005 für den nächsten Schritt entschied. Der Schweizer wechselte zu Borussia Dortmund, blieb drei Jahre bei den Westfalen und wechselte anschließend zum englischen Rekordmeister FC Liverpool. Von dort ging es zurück nach Basel.
Der Brasilianer Diego saß beim FC Porto nur auf der Bank und entschied sich 2006 für einen Wechsel nach Bremen. An der Weser zauberte er sich in die Herzen der Fans und gewann mit den Norddeutschen 2009 den DFB-Pokal. Nach drei Jahren in Bremen angelte sich Juventus Turin den Mittelfeldspieler. Nach einem Bundesliga-Intermezzo beim VfL Wolfsburg ging es nach Spanien zu Atletico Madrid.
So richtig glücklich wurde Vincent Kompany beim Hamburger SV nie. Als das größte Talent in seiner belgischen Heimat gefeiert kam er schon mit 20 in die Bundesliga, strebte aber nach Höherem. Seit Sommer 2008 spielt er in der englischen Premier League bei Manchester City.
Auch der Niederländer Nigel de Jong nahm den Umweg Hamburg, um bei Manchester City zu landen. Dabei gelang HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer das Kunststück, de Jong für mehr als das Zehnfache des Einkaufspreises ziehen zu lassen.
Auch Aliaksandr Hleb ging nach seiner Zeit in Deutschland zunächst zum FC Arsenal. Nach fünf Jahren beim VfB Stuttgart wollte ihn Arsene Wenger unbedingt haben, nach drei Jahren aber Hleb London wieder verlassen. Der Weißrusse ging zum FC Barcelona, anschließend ging es aufgrund vieler Verletzungen bergab.
Vier Jahre spielte Christian Poulsen nach seinem Wechsel aus Kopenhagen beim FC Schalke 04. Dann hatte er genug vom schlechten Wetter im Ruhrgebiet und ging zum FC Sevilla. In Spanien wurde er nationaler und Uefa-Pokalsieger. Ab Sommer 2008 spielte der Däne für Juventus Turin in Italien, ging später zum FC Liverpool nach England und zum FC Evian nach Frankreich.
Er war einer der besten Verteidiger der Bundesliga. So wurden mehrere Top-Klubs auf Juan aufmerksam, er entschied sich für den AS Rom in der Serie A - und setzt damit den Ruf Bayer Leverkusens fort, eine optimale erste Adresse für Brasilianer in Europa zu sein.
Und noch ein Spieler des Hamburger SV, der in Deutschland zum Star avanvierte und dann zu einem Top-Klub wechselte: Rafael van der Vaart. Als 22-Jähriger von Ajax Amsterdam gekommen war er 2007 schon auf dem Weg zum FC Valencia, um aber doch noch ein Jahr zu warten und in die gleiche Liga zu Real Madrid zu wechseln. Da Jose Mourinho nicht sonderlich viel auf van der Vaart gab, wechselte er im Sommer 2010 zu Tottenham Hotspur.
Der gebürtige Kanadier Owen Hargreaves wechselte in der Jugend zum FC Bayern und ließ sich in München zum Allrounder im Mittelfeld ausbilden. 2007 fühlte sich der englische Nationalspieler bereit, zu Mancheter United zu wechseln - für die damalige Bundesliga-Rekordablöse von 25 Millionen Euro. Wegen vieler Verletzungen machte er in vier Jahren aber nur 28 Liga-Spiele, ging zu Lokalrivale Manchester City.
Ein Bulgare ist das Paradebeispiel des Sprungbretts Bundesliga. Als 19-Jähriger kam er im Januar 2001 zu Bayer Leverkusen, um sich im Schatten von Ulf Kirsten in einer der europäischen Top-Ligen durchzusetzen. Dimitar Berbatov schoss 69 Bundesliga-Tore für Leverkusen, ging dann erst zu den Tottenham Hotspur und nach einem Jahr zu Manchester United.
Er kam als Nobody nach Deutschland - und ging als einer der größten Stars der Bundesliga: Edin Dzeko wechselte 2007 aus dem tschechischen Teplice zum VfL Wolfsburg. Dort schlug er sensationell ein, schoss in 111 Bundesliga-Spielen 66 Treffer, wurde Deutscher Meister 2009 und Torschützenkönig 2010. Im Januar 2011 wechselte der Bosnier für gut 35 Millionen Euro zu Manchester City.