Ehemaliger französischer Nationalcoach: Domenech meldet sich arbeitslos
zuletzt aktualisiert: 10.11.2010 - 17:47Düsseldorf (RPO). Raymond Domenech geht stempeln. Der nach der WM in Südafrika entlassene Nationaltrainer Frankreichs hat sich Medienberichten zufolge am Mittwoch beim Arbeitsamt in Paris gemeldet. Ihm steht nun ein monatlicher Betrag zwischen 5600 und 5900 Euro zu.
Das hat die französische Zeitung "Sud-Ouest" errechnet. Der Verband soll dem 58-Jährigen als Trainerausbilder 12.000 Euro monatlich, als Nationaltrainer 45.000 Euro pro Monat gezahlt haben. Vor einem Arbeitsgericht verklagte der Coach zuletzt den Verband auf Zahlung von 2,9 Millionen Euro Schadensersatz. FFF-Präsident Fernand Duchaussoy bezeichnete diesen Schritt als "weitere Provokation".
"Grobes Fehlverhalten"
Domenech war wegen "groben Fehlverhaltens" schriftlich vom Verband gekündigt worden. Dieser wirft dem 58-Jährigen unter anderem vor, dass er bei der WM in Südafrika nach der 1:2-Niederlage gegen die Gastgeber seinem Trainerkollegen Carlos Alberto Parreira nicht die Hand geschüttelt hatte.
Zudem hätte Domenech den Verband umgehend über die Vorfälle während des Spiels gegen Mexiko informieren müssen, als es in der Halbzeitpause zu einem heftigen Wortgefecht zwischen ihm und Angreifer Nicolas Anelka gekommen war. Gemäß französischen Rechts hat der Entlassene bei einer Trennung aufgrund "groben Fehlverhaltens" keinen Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung.
Desaströses Auftreten
Die Equipe Tricolore, die inzwischen von Ex-Nationalspieler Laurent Blanc trainiert wird, hatte sich in Südafrika desaströs präsentiert und musste bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Danach war der Vertrag von Domenech nicht mehr verlängert worden.
In seiner Funktion als Trainerausbilder in der "Direction Technique Nationale" (DTN) des Verbandes wirkte Domenech danach noch ein paar Wochen - bis Anfang September die fristlose Kündigung ausgesprochen wurde. Als Mitglied der DTN gehörte der stets umstrittene Domenech einer der einflussreichsten Kommissionen des Verbandes an, die über die Weiterentwicklung des französischen Fußballs berät und dem Präsidium Vorschläge unterbreitet.
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