Rassistische Beleidigung?: Anklage gegen Chelsea-Kapitän Terry
zuletzt aktualisiert: 21.12.2011 - 16:22London (RPO). Der englische Profi John Terry wird wegen des Verdachts der rassistischen Beleidigung angeklagt. Das entschied die britische Staatsanwaltschaft. "Ich habe die Metropolitan Police angewiesen, John Terry wegen eines rassistisch motivierten Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung anzuklagen", sagte die Chefanklägerin der Londoner Staatsanwaltschaft, Alison Saunders. Demnach gibt es ausreichend Beweise, um dem Nationalspieler und Kapitän des Premier-League-Klubs FC Chelsea den Prozess zu machen.
Terry habe am 23. Oktober während des Liga-Spiels gegen die Queens Park Rangers seinen dunkelhäutigen Gegenspieler Anton Ferdinand angeblich rassistisch beleidigt. Internet-Videos belegten dies unter anderem.
Der 31 Jahre alte Terry streitet die Vorwürfe strikt ab und spricht von einem "Missverständnis". Der Abwehrspieler zeigte sich bestürzt darüber, "dass die Leute so etwas von mir denken". Dennoch nahm die Metropolitan Police damals die Ermittlungen auf, nachdem eine anonyme Anzeige gegen Terry eingegangen war.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werde Terry am 1. Februar 2012 vor dem West-London-Magistrates-Gericht erscheinen. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft sei "nach gründlicher Überprüfung aller Beweise" gefallen. Saunders zeigte sich "zuversichtlich, dass es ausreichend Beweise für einen Schuldspruch gibt" und dass die Aufarbeitung des Falls "im Interesse der Öffentlichkeit liegt".
Anton Ferdinand, der jüngere Bruder von Terrys Nationalmannschaftskollegen Rio Ferdinand, verweigerte bisher jeglichen konkreten Kommentar zu dem angeblichen Vorfall zwischen ihm und Terry. Allerdings ließ Anton Ferdinand durchblicken, dass er "sehr starke Gefühle bezüglich dieser Angelegenheit" habe. Er wolle die Ermittlungen aber nicht durch das Lostreten einer öffentlichen Diskussion beeinflussen.
Darauf hofft auch Saunders. "John Terry wird nun ein Verbrechen vorgeworfen, und er hat das Recht auf einen fairen Prozess", sagte die Staatsanwältin. "Daher ist es wichtig, dass er nicht durch voreilige Meldungen vorverurteilt wird."
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