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Englischer Nationalcoach
Rangnick Trainer-Kandidat - Wenger nicht abgeneigt

Arsene Wenger kann sich Job als englischer Nationalcoach vorstellen
Arsene Wenger hat ein gewisses Interesse am Job als englischer Nationaltrainer signalisiert. FOTO: afp
London. Nach 20 Jahren in Diensten des FC Arsenal kann sich Teammanager Arsene Wenger offenbar durchaus die Position als Coach der englischen Nationalmannschaft vorstellen. Das berichten britische Medien. Allerdings will der 66-jährige Franzose die Saison auf jeden Fall bei den Gunners zu Ende bringen.

Wenger hatte erst vor Kurzem sein Jubiläum, 20 Jahre Teammanager der Gunners, gefeiert. Das Fußball-Mutterland sucht einen Nachfolger für Sam Allardyce, der auf verdeckt operierende Reporter reingefallen war und vom englischen Verband FA nach nur 68 Tagen entlassen wurde.

Laut Medienberichten hat der englische Verband auch ein Auge auf Ralf Rangnick geworfen. Wie unter anderem der "Telegraph" meldet, soll der Sportdirektor vom Bundesligisten RB Leipzig ein hochgehandelter Kandidat sein. Vor allem Dan Ashworth, Technischer Direktor des Fußballverbands FA, soll demnach ein großer Fürsprecher Rangnicks sein.

Demnach soll sich Rangnick bereits im Sommer mit Ashworth, FA-Geschäftsführer Martin Glenn und Vizepräsident David Gill im Wembley-Stadion getroffen haben. Die Verantwortlichen wollten allerdings einen Engländer als Nachfolger für den nach der Europameisterschaft zurückgetretenen Roy Hodgson haben. 

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl schenkt den Spekulationen keinen Glauben: "Das wäre sehr schade, wenn. Aber das kann ich mir nicht vorstellen", sagte der 49-Jährige. "Ich habe noch nicht mit ihm darüber gesprochen. Kann aber bestätigen: Ralf spricht sehr gut englisch", witzelte der Österreicher.

Zuvor hatte es bereits eine Absage von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, im Augenblick Coach der US-Auswahl, für die FA gegeben. Die britischen Medien hatten immer wieder mit dem Ex-Torjäger von Tottenham Hotspur spekuliert. "Die Gerüchte um England entsprechen nicht der Wahrheit", schrieb der Trainer der US-Nationalmannschaft bei Twitter.

Allardyce war im August bei einem Gespräch mit Reportern der englischen Zeitung Telegraph, die sich als Investoren ausgegeben hatten, gefilmt worden. Der Coach soll in der Unterhaltung gesagt haben, dass es möglich sei, die Regularien des englischen Verbandes FA bezüglich der Dritteigentümer-Verträge zu umgehen. Die FA und auch der Weltverband Fifa haben diese Praxis verboten.

Der ehemalige Wolfsburger Bundesliga-Trainer Steve McClaren hat derweil Mitgefühl mit Allardyce gezeigt. "Das sind sehr enttäuschende Tage für den englischen Fußball. Es ist sehr traurig, was mit Sam Allardyce passiert. Er hat einen hohen Preis zahlen müssen", sagte McClaren, früher ebenfalls Chefcoach der Three Lions.

Privatsphäre "kann man nur in den eigenen vier Wänden finden", so McClaren. Der Fußballlehrer zeigte aber auch Verständnis für die FA: "Wenn eine solche Informationen publik wird, muss die FA reagieren und ermitteln. Niemand will Korruption in unserem Sport haben."

Der einstige englische Nationalmannschaftskapitän Bryan Robson wünschte dem englischen Interims-Teammanager Gareth Southgate für die nächsten Aufgaben in der WM-Qualifikation alles Gute: "England verfügt über gute Spieler und sollte die nächsten Spiele erfolgreich bewältigen."

(old/sid)
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