Vertragspoker mit Chelsea: Ballack-Wechsel zu Schalke unwahrscheinlich
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 06.05.2010 - 10:24Düsseldorf (RPO). Die Zukunft von Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack ist weiterhin ungeklärt. Der Vertrag des 33-Jährigen beim englischen Tabellenführer FC Chelsea endet im Sommer, die Engländer wollen aber erst nach Saisonende Verhandlungen aufnehmen. Doch auch andere Klubs signalisieren Interesse – angeblich sogar aus der Bundesliga.
Es passte so schön ins Bild, was der "Express" unter der plakativen Überschrift "Magath baggert Ballack an" am Mittwoch vermeldete. Schließlich ist der Mittelfeldspieler im Sommer ablösefrei zu haben und Schalkes Trainer und Manager Felix Magath hat einerseits ein Faible für Spieler, die keine Ablöse kosten (Christoph Metzelder, Tim Hoogland und Erik Jendrisek), andererseits brauchen die "Königsblauen" noch namhafte Verstärkungen für das anstehende Abenteuer Champions League, das mit dem derzeitigen Kader wohl nicht zu bewältigen ist.
Zu teuer für Schalke
Doch was ist dran am Schalker Interesse an Ballack? Fakt ist, finanziell sind die Gelsenkirchener nicht gerade auf Rosen gebettet, auch wenn der Einzug in die Königsklasse in der kommenden Spielzeit Mehreinnahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro verspricht. Ballack würde das Gehaltsgefüge der "Knappen" mit einem geschätzten Gehalt in Höhe von sechs Millionen Euro deutlich sprengen. Ein Transfer erscheint auch deshalb mehr als unwahrscheinlich, weil die Schalker ihren bisherigen Top-Verdiener Kevin Kuranyi – trotz Erreichen der Champions League – wohl nicht halten können.
Doch Ballacks ungeklärte Zukunft könnte die WM-Vorbereitung des deutschen Teams empfindlich stören. Der Kapitän hatte bereits erklärt, im Trainingslager keinen Verhandlungsmarathon mit Interessenten veranstalten zu wollen, doch sein bisheriger Arbeitgeber Chelsea legte die Gespräche mit ihm und seinen Teamkollegen Deco, Joe Cole und Nicolas Anelka auf Eis. Und die Zeit drängt, da Ballack mit den "Blues" am 15. Mai das englische Pokalfinale in Wembley bestreitet und anschließend zum DFB-Team im Regenerations-Trainingslager auf Sizilien stoßen wird.
Vertragsdauer ist der Knackpunkt
Da beide Parteien jedoch schon vor Monaten erste Sondierungsgesprüche geführt haben, dürften die Verhandlungen mit Chelsea relativ zügig vonstatten gehen. Finanzielle Probleme sind beim milliardenschweren Eigentümer Roman Abramowitsch ohnehin nicht zu erwarten, Knackpunkt soll die Laufzeit sein. Ballack, im Spätherbst seiner Karriere angekommen, peilt einen Kontrakt über zwei Jahre an, Chelsea will dem kopfballstarken Sachsen aber nur einen Ein-Jahres-Vertrag mit Option anbieten.
Am Ende wird Ballack wohl ebenso in den sauren Apfel beißen müssen wie Mark van Bommel beim FC Bayern München und sein Autogramm unter einen sicherlich gut dotierten Ein-Jahres-Vertrag setzen müssen, oder er entschließt sich zu einem Wechsel innerhalb der Premier League, wo es einige Interessenten geben soll oder zu Ex-Coach Jose Mourinho, der Ballack zu Inter Mailand locken will.
Eine Entscheidung wird in Kürze fallen, ein Wechsel Ballacks zu Schalke wäre jedoch eine faustdicke Überraschung.
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