Traditionsklub FC Liverpool: Eigner stoppen Verkauf an US-Investor
zuletzt aktualisiert: 14.10.2010 - 11:34London (RPO). Das Ringen um den englischen Fußball-Rekordmeister FC Liverpool geht unvermindert weiter. Die derzeitigen Besitzer Tom Hicks und George Gillett haben vor einem Gericht im US-Bundesstaat Texas am späten Mittwochabend (MESZ) eine einstweilige Verfügung gegen den geplanten Verkauf des 18-maligen englischen Meisters an das NESV-Unternehmen (New England Sports Venture) erwirkt.
Die Amerikaner Hicks und Gillett waren Stunden zuvor mit ihrer Klage gegen den Verkauf an die Besitzer des Baseball-Traditionsklubs Boston Red Sox vor dem London High Court gescheitert.
NESV bietet für den mit 400 Millionen Euro verschuldeten FC Liverpool 350 Millionen Euro. Hicks und Gillett argumentieren, dass der gebotene Preis weit unter dem wahren Marktwert des Klubs liege und sprechen von einem "epischen Schwindel". Peter Lim, milliardenschwerer Geschäftsmann aus Singapur, hatte am Dienstag 413 Millionen Euro geboten.
Die Klage der beiden derzeitigen Eigner, die sich durch ein bekanntes Anwaltsbüro vertreten lassen (Fish and Richardson), richtet sich gegen den Hauptkreditgeber Royal Bank of Scotland sowie drei Vorstandsmitglieder. Hicks und Gillett fordern zudem umgerechnet 1,1 Milliarden Euro Schadensersatz.
Liverpools Vorstand bezeichnete die Einstweilige Verfügung in einer Presseerklärung als "unvertretbar und schädigend" und kündigte an, sie unverzüglich wieder durch ein Gericht aufheben zu lassen.
Allerdings bekräftigte Lim erneut sein Interesse an einer Übernahme. "Die Situation ändert sich ständig, aber Peter verfolgt die Entwicklungen genau. Er ist nach wie vor daran interessiert, den FC Liverpool zu kaufen", sagte ein Sprecher Lims der Nachrichtenagentur Reuters.
Alles in allem droht dem FC Liverpool weiter ein Insolvenzverfahren. Der Klub muss bis Freitag bei der Royal Bank of Scotland einen Kredit von 270 Millionen Euro zurückzahlen. Ein Aufschub bei der bereits teilweise verstaatlichten Bank ist sehr unwahrscheinlich. Ein Insolvenzverfahren hätte zu einem Abzug von neun Punkten für den in der Premier League auf einem Abstiegsplatz stehenden 18-maligen Meister geführt.
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