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Nicht nur Allardyce fiel auf verdeckte Reporter rein

England: Nicht nur Sam Allardyce fiel auf verdeckte Reporter rein
Auch Leeds-Boss Massimo Cellino tappte in die Reporter-Falle. FOTO: dpa, hm nic
London. Nach Englands Nationaltrainer Sam Allardyce haben die Enthüllungen der Tageszeitung "Daily Telegraph" auch Zweitliga-Coach Tommy Wright seinen Job gekostet. Ebenfalls unter Verdacht steht Jimmy Floyd Hasselbaink.

Der Fußball-Skandal in England hat einem zweiten Trainer den Job gekostet. Tommy Wright, Assistenzcoach des Zweitligisten FC Barnsley, wurde am Donnerstag gefeuert, weil er Schmiergelder kassiert haben soll. Schon am Dienstag hatte Nationaltrainer Sam Allardyce seinen Posten verloren. Die Tageszeitung "Daily Telegraph" hatte berichtet, Allardyce habe bei einem Treffen mit verdeckt recherchierenden Reportern Tipps zur Umgehung von Transferregeln gegeben.

Auch im Fall von Tommy Wright hatte der "Daily Telegraph" ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie Reporter verdeckt als Mitarbeiter einer fernöstlichen Scheinfirma auftraten, die sich an Spielertransfers beteiligen wollen. Der englische Fußballverband FA verbietet solche Beteiligungen.

Laut "Telegraph" soll Wright einen Umschlag mit rund 5800 Euro angenommen haben. Auf dem Video, das vor einem Monat in Leeds entstand, ist dies aber nicht zu sehen. Wright sollte für das Geld Tipps zu Spielerverpflichtungen des FC Barnsley geben. "Ich kann ihnen nur Spieler empfehlen, die ich gesehen habe", sagt der 50-Jährige in dem Video, das mit versteckter Kamera gedreht wurde.
"Sie müssen dann ihre pikanten Geschäfte machen."

Der Zweitligist veröffentlichte nur ein knappes Statement auf seiner Website: "Dem FC Barnsley sind die Vorwürfe des Telegraph gegen Tommy Wright bekannt. Der Club hat Tommy heute suspendiert und wegen der Vorwürfe interne Ermittlungen eingeleitet."

Auch der Trainer des Zweitligisten Queens Park Rangers, Jimmy Floyd Hasselbaink, steht seit Donnerstag unter dem Verdacht der Bestechlichkeit. Hasselbaink fiel ebenfalls auf die Reporter des "Telegraph" rein. Vor versteckter Kamera soll der 44-Jährige zugestimmt haben, für mehr als 60 000 Euro nach Singapur zu fliegen, um dem vermeintlichen Investor bei Transfererlösen zu helfen.

Hasselbaink bestritt die Vorwürfe und sprach nur von einer "Rede", die er halten sollte. Es sei "nichts Ungewöhnliches", dass ihm dafür eine Bezahlung angeboten werde, so der Niederländer. Die Queens Park Rangers erklärten, der Verein müsse das komplette Video des Gesprächs sehen. Vorerst werde Hasselbaink "das Team auf die kommende Zweitliga-Partie gegen Fulham vorbereiten".

Mit Leeds United ist noch einer dritter Club aus der englischen "Championship" vom Fußball-Skandal betroffen. Club-Eigner Massimo Cellino soll erklärt haben, wie sein Verein die Regeln zu Transferrechten umgehen könnte, und dem vermeintlichen Investor sogar 20 Prozent der Vereinsanteile angeboten haben.

Leeds United teilte am Donnerstag mit, man habe das ungeschnittene Material gefordert, was der "Telegraph" jedoch abgelehnt habe. Das veröffentlichte Video liefert aus Sicht des Clubs keinerlei Beweise für die Vorwürfe. Weitere Stellungnahmen werde es nicht geben. Der "Daily Telegraph" kündigte weitere Enthüllungen an.

(dpa)
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