| 09.42 Uhr

Wahnsinns-Sieg gegen Dortmund
Englische Zeitung erklärt Klopp zur Liverpool-Legende

Fotos: Liverpool feiert Halbfinaleinzug
Fotos: Liverpool feiert Halbfinaleinzug FOTO: afp
Liverpool/Düsseldorf. Als die eigentliche Arbeit getan war, begab sich Jürgen Klopp in den Nebenjob des Seelentrösters. Der Trainer des FC Liverpool nahm seine ehemaligen Dortmunder Spieler Mats Hummels und Marcel Schmelzer in den Arm und flüsterte ihnen ein paar Worte des Bedauerns ins Ohr. Sie wollten das aber gar nicht hören. Von Robert Peters

Durch einen Kopfballtreffer von Dejan Lovren zum 4:3 in der Nachspielzeit verpasste der BVB den schon sicher geglaubten Einzug ins Halbfinale der Europa League. Schwer nachvollziehbar für die gesamte Dortmunder Delegation. Hummels sagte: "Wir haben auf einmal Schiss bekommen. Das war der realistischste Titel, der in dieser Saison herumlag. Ich dachte eigentlich, dass wir das Ding holen."

Die Borussia war auf dem besten Weg, im Halbfinale den vorletzten Schritt zum Titel gehen zu können. Sie führte zweimal (2:0 und 3:1), sie war lange fußballerisch besser, aber sie fand kein Mittel gegen Wucht, Siegeswillen und Überzeugung des FC Liverpool. Die Engländer schafften ein Comeback, das an ihren Champions-League-Sieg 2005 erinnert, als sie in Istanbul einen 0:3-Rückstand gegen den AC Mailand noch zum 3:3 aufholten, ehe sie das Elfmeterschießen gewannen. Die sonst eher zurückhaltende "Times" schrieb vom "Wunder von Anfield". Und sie sieht in Trainer Klopp die entscheidende Figur: "In einer unvergesslichen Nacht beschwört Klopp den Geist von Istanbul." Der "Daily Mirror" reihte den Coach vorsichtshalber schon mal bei den ganz Großen des Vereins ein: "Jürgen Klopp trägt sich in die Galerie der Reds-Legenden ein." Nach sieben Monaten Amtszeit ist das ein ordentlicher Spurt in die Annalen.

Pressestimmen: "Für solche Nächte ist der Fußball erfunden worden" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Sein ehemaliges Team hadert mit der vergebenen Chance, einen weiteren "Meilenstein" (Trainer Thomas Tuchel) zu setzen. Geknickt schlichen die Dortmunder vom Rasen, ihr Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fühlte eine "tiefe Enttäuschung". Weil es schon Mannschaften gegeben hat, die unter dem Eindruck einer solchen Niederlage an den Rand des Zusammenbruchs kamen, beeilten sich die Dortmunder, den Blick schleunigst in die nähere Zukunft zu richten. "Wir müssen das schnell abschütteln", mahnte Mittelfeldspieler Julian Weigl. Schon morgen im Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV bietet sich die Gelegenheit, auf dem Rasen ein Erfolgserlebnis zu feiern. Noch ist die Saison des BVB nämlich nicht vorbei. Die Meisterschaft ist sicher kein Thema, die Champions-League-Qualifikation aber längst unter Dach und Fach, und kommende Woche kann bei Hertha BSC der Einzug ins DFB-Pokalfinale perfekt gemacht werden. Ein Trostpreis für die Nacht von Liverpool.

Quelle: RP
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