| 19.05 Uhr

Spitzenspiel in der Premier League
Özils Arsenal macht kurzen Prozess mit Schweinsteigers United

Özil brilliert bei Arsenal-Sieg gegen Manchester
Özil brilliert bei Arsenal-Sieg gegen Manchester FOTO: ap, AG
London. Ein brillanter Mesut Özil hat Bastian Schweinsteiger beim Gipfeltreffen der Weltmeister zum Nebendarsteller degradiert. Der Regisseur spielte im Mittelfeld des FC Arsenal wie aufgezogen und führte seine Mannschaft gegen Manchester United zu einem hochverdienten 3:0 (3:0) im Spitzenspiel der Premier League. Innerhalb von sechzig Sekunden bereitete er dabei das 1:0 von Alexis Sanchez vor und erzielte das 2:0 selbst (6./7.).

Mit seinem zweiten Tor schoss Sanchez (20.) die Gunners zum höchsten Liga-Sieg gegen United seit 1998 - und zugleich auf den zweiten Tabellenplatz, am ewigen Rivalen vorbei. Schweinsteiger konnte dem Sturmlauf der Gunners von Kapitän Per Mertesacker zumeist nur hilflos zuschauen, in der 68. Minute vergab er eine Großchance.

Fünf Tage nach dem blamablen 2:3 gegen Olympiakos Piräus in der Champions League trauten die Arsenal-Fans im ausverkauften Emirates Stadium ihren Augen kaum. Die von Mertesacker organisierte Abwehr stand zumeist solide, und nach vorne ging die Post ab. Dank Özil.

Und so hatte United den Ball noch kein einziges Mal vernünftig unter Kontrolle gehabt, da stand es schon 2:0. Özil setzte sich erst glänzend auf der rechten Seite durch und passte perfekt auf Sanchez, der spektakulär mit der Hacke abschloss. Sekunden später kam der deutsche Weltmeister über links, schlug einen Haken nach innen, verlud Uniteds Torhüter David de Gea und erzielte sein erstes Saisontor. Das Stadion brodelte - und spendete später bei Özils Auswechslung nach 75 Minuten stürmischen Applaus.

Schweinsteiger spielte im defensiven Mittelfeld wie Özil und Mertesacker von Beginn an, und er wurde wie seine zehn Mitspieler überrollt. United lief hinterher. Der Rekordmeister, dem nachgesagt wird, immer gegen Arsenal zu gewinnen, war nach dem 0:1 wie paralysiert - United verlor das Spiel und die Tabellenführung an den verhassten Stadtrivalen Rivalen ManCity (6:1 gegen Newcastle United mit fünf Toren von Sergio Agüero).

Kurz vor dem Anpfiff hatte Schweinsteiger seine beiden Weltmeister-Kollegen herzlich umarmt. Auch der Abschied fiel nicht schwer: Bereits am Donnerstag werden der United-Stareinkauf und Özil Seite an Seite gegen Irland um den letzten nötigen Punkt für das deutsche EM-Ticket kämpfen.

Besonders für Arsene Wenger war der Sieg eine Befreiung. Der "ewige" Arsenal-Teammanager war von der Presse im Vorfeld schwerstens angezählt worden. "Er ist ein sturer, alter Mann, der es nicht mehr auf die Reihe bekommt, etwas zu ändern. Es wird Zeit zu gehen", schrieb der Sportchef der Sun. Am Sonntag war Wenger 19 Jahre und drei Tage im Amt.

Die United-Fans wiederum spotteten darüber, was ihr 50-Millionen-Stürmer Anthony Martial wohl mit Mertesacker anstellen werde: "Er wird ihm eine neue Hüfte verpassen." Dazu kam es nicht annähernd, weil United es zu oft hoch und lang versuchte - ein Kinderspiel für Mertesacker mit seinen 1,98 m. Nur in wenigen Szenen hatte der "verdammt große Deutsche", wie ihn die Fans rufen, seine Probleme.

(sid)
 
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