| 19.11 Uhr

Fußball in England
Chelsea stärkt Mourinho in der Krise den Rücken

London. Englands Meister FC Chelsea steht trotz des schlechtesten Saisonstarts seit 37 Jahren weiter zu seinem Trainer Jose Mourinho. Der Klub wolle klar machen, dass der Trainer weiterhin die volle Unterstützung genieße, heißt es in einer knappen Mitteilung des Premier-League-Vereins vom Montag. Derweil hat der englische Fußballverband (FA) ein Verfahren gegen den Portugiesen wegen neuerlicher Schiedsrichter-Schelte eröffnet.

"Wir glauben, dass wir den richtigen Trainer haben, um wieder in die Spur zu kommen." Nach der 1:3-Pleite gegen den FC Southampton hatte der Portugiese am Samstag sieben Minuten lang ein flammendes Plädoyer in eigener Sache gehalten.

"Auf gar keinen Fall werde ich zurücktreten, auf gar keinen Fall", betonte Mourinho. "Wenn der Klub mich entlassen will, müssen sie mich entlassen. Ich werde so lange bleiben, bis der Eigentümer Roman Abramowitsch kommt und sagt: Jose, es ist genug", sagte Mourinho. In Sachen Eigen-PR legte er auch noch nach: Es gebe viele Trainer, die sein Niveau hätten. "Aber niemand ist besser als ich."

Mourinho kritisierte in seiner Wutrede noch am Spielfeldrand auch die Schiedsrichter, keine Elfmeter für die Blues zu geben: "Sie haben Angst, für Chelsea zu pfeifen. Das ist ganz klar. Der FA sage ich: Wenn sie mich bestrafen wollen, müssen sie das tun. Das ist mir egal." Wegen der Äußerungen klagte der Verband ihn nun an, bis Donnerstag kann er Stellung beziehen.

Die letzten Minuten der vierten Saisonniederlage konnte der Portugiese aber selbst kaum ertragen. Demoralisiert saß Mourinho auf der Chelsea-Bank. "Es ist eine sehr komplizierte Situation, wir müssen zuallererst zurück zu den Grundlagen und noch härter arbeiten.
Wir müssen jetzt Charakter zeigen und zusammenhalten, um da raus zu kommen", forderte Mourinhos Keeper Asmir Begovic, der den langzeitverletzten Thibaut Courtois vertritt.

Da kommt Ärger mit den eigenen Fans erst recht zur Unzeit. Die Chelsea-Anhänger kritisieren die Art und Weise, wie Mourinho Vereins-Idol John Terry langsam aber sicher absägt. Am Samstag entlud sich die Fan-Wut auf den Coach nach der Auswechslung von Torschütze Willian. Mourinho zeigte Verständnis und erklärte: "Ich würde auch pfeifen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass sich Willian in der Kabine übergeben hatte."

(dpa/sid)
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